AfD-Politiker Höcke vergleicht G20-Proteste mit Pegida-Demonstrationen

Björn Höcke gilt als eine der umstrittensten Figuren in der AfD. (Bild: Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa)

In einem Social-Media-Posting von Björn Höcke wünscht sich der umstrittene AfD-Politiker friedliche Demonstrationen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg – und bemüht einen zweifelhaften Vergleich.

„Hoffentlich bleibt der Protest in Hamburg so friedlich, wie er bei der PEGIDA immer war!“, beginnt Höckes Posting, das er auf Facebook und Twitter veröffentlichte. „Zur Zeit finden in Hamburg die Proteste gegen den G20-Gipfel statt. 20.000 Menschen gingen am Mittwochabend unter dem Motto ‚Lieber tanz ich als G20’ für eine gerechte Sache friedlich auf die Straße“, zeigt sich der Politiker mit den Demonstrationen solidarisch.

Dann vergleicht er die Proteste gegen den G20-Gipfel mit Demonstrationen von Pegida – nicht ohne einen Seitenhieb gegen die Presse zu inkludieren: „Das erinnert mich an die PEGIDA: Auch in Dresden demonstrierten die Bürger trotz aggressiver Provokationen der Gegner bis zuletzt immer gewaltfrei. Nur die Berichterstattung darüber ist in den Medien eine ganz andere.“

Höckes Posting zog nicht nur Zustimmung, sondern auch einigen Spott auf sich. „Bitte als Satire kennzeichnen“ und „Bernd, du bringst da was durcheinander“, zeigten sich zwei User nicht ganz überzeugt von Höckes Vergleich.

Journalist Jan Fleischhauer meldete sich auf Twitter ebenfalls zu Wort. „Auch Björn Höcke drückt den G20-Demonstranten die Daumen. Gegen Kapitalismus und Polizeiwillkür. Na, da kann ja nichts mehr schief gehen“, so Fleischhauers Post.

Höcke gilt auch innerhalb der AfD als äußerst umstritten. Der Bundesvorstand leitete bereits in der Vergangenheit ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein, das 2015 aufgrund eines deutlichen Rechtsrucks innerhalb der Partei wieder zurückgezogen wurde. Nun droht Höcke der Rauswurf aus der AfD: 2017 wurde ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet.

Höckes Wunsch, die Proteste anlässlich des G20-Gipfels mögen friedlich bleiben, gingen indes nicht in Erfüllung. Donnerstagabend kam es nach dem „Welcome to hell“-Protestmarsch zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Wie die „Zeit“ berichtete, wurde heute ein Polizeihubschrauber mit einer Leuchtrakete angegriffen, die Polizei bezeichnet die Lage als „sehr gefährlich“.