AfD-naher Verein plant offenbar rechte Zeitung für Deutschland

Der AfD-nahe Verein plant eine rechte Zeitung (Bild: dpa)

Wo alle Welt vom Untergang des Print-Journalismus redet, glaubt ein Verein offenbar sehr wohl an die Macht des gedruckten Wortes. Medienberichten zufolge plant der AfD-nahe “Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ die Publikation einer deutschen Wochenzeitung.

Viele Unterstützer hat die Alternative für Deutschland (AfD) im Bundestagswahlkampf nicht, einer aber tut sich immer wieder hervor: Der “Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, gegründet im vergangenen Jahr und mit Sitz in Stuttgart, der aber deutliche Verbindungen in die Schweiz hat. Und genau die sind in diesem Zusammenhang besonders interessant.

Der Verein arbeitet mit Schweizer Rechtspopulisten zusammen

Wie u.a. die “Süddeutsche Zeitung“ berichtet, arbeitet mit Alexander Segert und seiner Werbeagentur Goal AG ein Mann für den Verein, der seit Jahren für Schulungen und Kampagnen der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) tätig ist. Vor wenigen Tagen enthüllte die “NZZ am Sonntag“ Pläne des Vereins, in Deutschland eine eigene Zeitung herauszubringen.

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Eine “Bild für AfD-Wähler“ stellten sich die Macher vor, so das Blatt, die “Deutschland-Kurier“ heißen und mit einer Auflage von 200.000 Stück noch in diesem Jahr herauskommen werde. Nur 30 Cent soll die Zeitung kosten, wobei Abonnenten vorerst umsonst versorgt würden. Peter Bartels, ehemaliger Chefredakteur der “Bild“ und Schreiber eines islamfeindlichen Blogs, hat seine Mitarbeit bereits bestätigt.

Ein Sprachrohr für Rechte

Laut “SZ“ ist der Schweizer SVP-Stratege und Milliardär Christoph Blocher, der eng mit Alexander Segert zusammenarbeitet, schon seit Jahren scharf auf eine billige Zeitung als Sprachrohr für Rechtspopulisten in der Schweiz. Der 76-Jährige ist bereits Anteilseigner der “Basler Zeitung“ und verschiedene Medien berichten, Anwälte des Blattes hätten kürzlich versucht den “Blick“, quasi die Schweizer “Bild“-Zeitung, zu kaufen.

Zwar bestreitet Blocher, etwas damit zu tun zu haben – die “NZZ am Sonntag“ berichtet aber von einer Druckmaschine, die neuerdings in einer von Blochers Hallen stünde und von der niemand wisse, wofür sie gedacht sei. Was das alles mit Deutschland und der AfD zu tun hat? AfD-Politiker schielen nur allzu gerne in das konservative, EU-skeptische Nachbarland. Und mit diesem Hintergrundwissen schrillen bei einigen die Alarmglocken wenn sie hören, dass Blochers AfD-verbandelter Werbe-Experte eine Umsonst-Zeitung in Deutschland plant.