AfD-Konflikt: Eintracht-Boss fand Hassnachrichten

Peter Fischer ist seit 2000 Eintracht Frankfurts Präsident

Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer hat im Zuge seiner Initiative gegen die rechtspopulistische AfD mehrere Hundert Droh- und Hassnachrichten erhalten. Viele "sind geprägt von Hass, Ausgrenzung, Vernichtung und Tod", sagte Fischer der Welt am Sonntag: "Die Angriffe sind zum Teil sehr persönlich, und sie erreichen mich vor der Haustür. Aus meinem Briefkasten habe ich schon Schmierzettel mit Hassbotschaften gezogen."

Fischer hatte als erster Klubchef klar bekräftigt, keine AfD-Mitglieder in seinem Verein haben zu wollen.

"Der Kern unserer Vereinssatzung ist komplett gegensätzlich zu dem, was die AfD fordert", sagte Fischer, der Personenschutz ablehnt: "Ich lasse mir von diesen Menschen nicht meinen Lebenswillen und meine Freiheit nehmen. (...) Ich werde auch weiterhin in der ersten Reihe stehen und Präsenz zeigen."

Für die Zukunft wünsche er sich, "dass der ein oder andere Klub jetzt sagt: Jawohl, wir haben verstanden. Jawohl, die AfD passt nicht zu unseren Werten. Ich weiß, dass es zwei Vereine gibt, die über eine Änderung ihrer Satzung nachdenken. Die haben den Anstoß von uns wahrgenommen". Dennoch sei er ein "klein wenig" enttäuscht.

"Es hätte mich gefreut, wenn mehr Vereine den Mumm gehabt hätten zu sagen: Das sind unsere Werte, dafür stehen wir und das lehnen wir ab", sagte der Eintracht-Präsident.

Hinter der Zurückhaltung vermutet Fischer auch "Interessen, die eine klare politische Haltung verhindern", beispielsweise von Investoren und Sponsoren.