AfD-Kandidat Glaser auch im zweiten Wahlgang abgelehnt

AfD-Politiker Glaser (r.)

Der AfD-Kandidat für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten, Albrecht Glaser, ist am Dienstag auch im zweiten Wahlgang gescheitert. Glaser erhielt bei der Abstimmung im Parlament nur 123 Stimmen, wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mitteilte. Es gab 549 Nein-Stimmen und 24 Enthaltungen. In dem anschließend eingeleiteten dritten Wahlgang würde Glaser die Mehrheit der abgegebenen Stimmen reichen. Dass diese zustande kommt, ist allerdings zweifelhaft.

Mit 123 Stimmen hat Glaser offenbar einige Stimmen aus anderen Fraktionen bekommen, da die AfD lediglich über 92 Mandate im neuen Bundestag verfügt. Wenn er auch im dritten Wahlgang nicht gewählt wird, muss der Ältestenrat des Parlaments über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Nominierung Glasers, der den Islam wiederholt als politische Ideologie bezeichnet und die Religionsfreiheit für Muslime in Frage gestellt hatte, war bei den anderen Parteien bereits im Vorfeld der Sitzung auf Widerstand gestoßen.

Bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags wurden dagegen Schäuble sowie fünf Stellvertreter in ihre Ämter gewählt. Im Bundestagspräsidium sitzen neben Schäuble künftig als Vizepräsidenten Hans-Peter Friedrich (CSU), Thomas Oppermann (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Petra Pau (Linke) und Claudia Roth (Grüne).