Wie sich die AfD mit ihrer Stiftung in die bürgerliche Mitte vorgräbt

Liane Bednarz
AfD-Chef Alexander Gauland.

Eigentlich wollte die AfD nie so werden wie die anderen Parteien. Auf ihrem Bundesparteitag in Augsburg Ende Juni ist aber genau das passiert. Die AfD erkannte die 2015 gegründete Desiderius-Erasmus Stiftung mit Sitz in Lübeck offiziell als parteieigene Stiftung an.

Die Anerkennung war innerparteilich zutiefst umstritten, rund zweieinhalb Stunden debattierten die Delegierten. Die Gegner einer parteinahen Stiftung beriefen sich darauf, dass die AfD sich untreu werde. Immerhin hatte sie sich ursprünglich auf die Agenda geschrieben, das parteinahe Stiftungswesen abschaffen zu wollen. Daraus wurde nichts. 

Die Anerkennung der Stiftung ist ein Meilenstein, denn spätestens bei einem Wiedereinzug der AfD in den nächsten Bundestag wird sie Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln erhalten und diese für politische Bildungsarbeit im Sinne der AfD einsetzen können.

Nun stellt sich die Frage, welche politischen Ideen die Stiftung fördern will. Wer sich genauer mit der Stiftung und denjenigen beschäftigt, die sie tragen und verwalten, der sieht: Die neue AfD-Stiftung hat keine Berührungsängste mit Rechtsradikalen. 

Rechte Bildungsarbeit im Sinne der AfD

Das wurde deutlich, als die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach, die den Vorsitz der Stiftung übernommen hat, diese auf dem Parteitag vorstellte.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel und die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach.

In ihrer Rede auf dem AfD-Parteitag betonte Steinbach, dass die Stiftung “in die gesellschaftliche Breite und Tiefe hineinwirken” wolle. Wie genau führte sie auch aus: 

“Dazu ist es, nach meiner festen Überzeugung, nötig, dass sich auch alle Strömungen der AfD wiederfinden müssen. Sonst wäre es nicht tragbar. Und deshalb bildet unsere Stiftung bereits heute in großer Ausgewogenheit alle Lager ab. Von der...

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