AfD-Reaktion auf Münster-Attentat zeigt, wie sehr die Partei den Staat verachtet

Lennart Pfahler

Im Video oben: Bewohner der Stadt Münster bekunden ihre Trauer

Das Hirn ist ein komplexes Organ.

Manchmal funktioniert das menschliche Steuerzentrum aber bemerkenswert simpel. Der psychologische Reflex, bei jedem Attentat noch vor Klärung der Ursachen und Hintergründe an einen islamistischen Terroranschlag zu denken, ist das Ergebnis einer simplen Konditionierung.

Im Falle dieses Mechanismus ist die AfD Täter und Opfer zugleich.

Immer wieder fiel die rechte Partei in der Vergangenheit mit vorschnellen Schlüssen zur Täterschaft von Straftaten auf. Als im Juli 2016 ein jugendlicher Rassist neun Menschen im Münchener Olympia-Einkaufszentrum umbrachte, beschuldigten AfD-Politiker so etwa die “tödliche Willkommenskultur”.

Auch die Amokfahrt von Münster deklarierten mehrere AfD-Politiker vorschnell als islamischen Terror. Sie mussten schnell zurückrudern – und doch sorgten die hetzerischen Wortmeldungen sicherlich dafür, dass sich der Reflex auch in Zukunft verfestigt.

► Für die Rechten ist Unsicherheit zum Synonym des Islams geworden. 

Als wäre das nicht traurig genug, bedienen die Populisten zunehmend wirre Verschwörungstheorien, die das Potential haben, die Legitimation des deutschen Staates zu untergraben.

AfD-Mann wirft Polizei Täuschung vor

Wo die AfD sonst so tut, als würde sie sich besonders für deutsche Polizisten einsetzen, schürte sie nun Zweifel am Vorgehen der Sicherheitsbehörden.

Das gipfelte in einer völlig absurden und geschmacklosen Frage des Berliner AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann an die Münsteraner Polizei. Lindemann twitterte den Einsatzkräften um 17:15 Uhr, also mitten während des noch laufenden Großeinsatzes Ungeheuerliches entgegen.

“Wann wird die Bevölkerung informiert??? Oder muss erst noch etwas zurechtgebogen werden?” Am Sonntag wollte er zu seinem Vorwurf auf Nachfrage der HuffPost bislang keine Stellung beziehen.

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