Nach AfD-Boykott der ARD: Warum die Partei häufiger in Talkshows sitzen sollte

Josh Groeneveld
Talkshow-Sünder in Deutschland: die AfD-Führungskräfte Alice Weidel und Alexander Gauland.

Am 7. September des vergangen Jahres steht der AfD-Rechtsaußen André Poggenburg in einem Fernsehstudio in Berlin und blamiert sich und seine Partei. 

Es ist kurz vor der Bundestagswahl, die AfD-Politikerin Alice Weidel hat vor wenigen Tagen gespielt wutentbrannt ein “Illner”-Spezial zur Wahl verlassen – und nun bittet die Moderatorin eben Poggenburg in ihrer Sendung “Illner intensiv”, um die Rentenpläne der Alternative für Deutschland darzulegen. 

Aber das kann Poggenburg nicht. Die AfD hat nämlich gar kein Rentenkonzept, das der Rechtspopulist vorstellen könnte. Also meckert er, dass Deutschland zu viel Geld für Flüchtlinge ausgibt – und wird abgewürgt. 

Es ist ein peinlicher Auftritt. Einer, an denen es in Deutschland leider mangelt. 

Denn die Talkshow-Politik gegenüber der AfD scheint in der Bundesrepublik mittlerweile nur zwei Möglichkeiten zu kennen: 

1. Die AfD immer nur dann einladen, wenn es um den Themenkomplex Flüchtlinge und Asyl geht. 

2. Die AfD einfach gar nicht einladen. 

Beide Herangehensweisen sind falsch. 

Wer die AfD nicht konfrontiert, macht sie stärker 

Der AfD wurde es seit der Bundestagswahl erlaubt, sich als monothematische Partei im deutschen Politikbetrieb zu etablieren. Die Rechtspopulisten megaphonen durch das gesamte Land, dass sie die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Flüchtlinge hassen. 

► Es ist eine Kakophonie, die durch Talkshows weder unverhältnismäßig verstärkt, noch ignoriert werden darf. 

Zuletzt etwa hatte die ARD davon abgesehen, AfD-Vertreter in seine politischen Talkshows zum Asylstreit in der Union einzuladen. Im Gespräch mit dem “Nordkurier” sagte Bernhard Möllmann von der ARD-Programmdirektion zu der Entscheidung: 

“In den drei Talkshows der ARD ging es nicht primär um die Asylpolitik, sondern um den Streit der Unionsparteien. Ein Vertreter der AfD hätte dazu nichts Wesentliches beitragen können.“

Das hätte dann aber auch für...

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