Adyen kooperiert weltweit mit Alipay


Adyen hat mit dem mobilen Bezahldienst des chinesischen Technologiekonzerns Alibaba, Alipay, eine Partnerschaft geschlossen. Damit ist es den 520 Millionen Kunden der größten mobilen Zahlungsplattform möglich, im Laden mit ihrem Smartphone zu zahlen. Bislang war Alipay ausschließlich als Onlinebezahlmethode bei Adyen integriert.

Chinesische Touristen sind begehrt, doch die Bezahlung häufig ein Hindernis. Die in Europa üblichen Kreditkarten sind in China nicht verbreitet. Ein Schlaglicht auf die Probleme und eine Lösung warf die Kooperation von Alipay und der Drogerie-Kette Rossmann. Chinesische Touristen können seit dem Frühjahr mobil bei Pflege- und Kosmetik-Produkte bei Rossmann einkaufen. Im vergangenen Jahr vereinbarte bereits der deutsche Zahlungsabwickler Wirecard mit Alipay eine Kooperation, die auf Europa begrenzt ist. Es geht im Kern immer darum, mehr Verkaufsstellen zu schaffen, in denen Chinesen per Smartphone mit der Alipay-App bezahlen können.



Die Ausgaben chinesischer Touristen sind durchaus ein Wirtschaftsfaktor. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 2,58 Millionen chinesische Touristen in Deutschland übernachtet. Nach Angaben der deutschen Tourismuszentrale bleiben sie im Durchschnitt sechs Tage und geben rund 2700 Euro aus. „Chinesische Kunden, die ins Ausland reisen, erwartet dort nun das gleiche Zahlungserlebnis, das sie von zu Hause kennen“, sagte Roelant Prins, Chief Commercial Officer bei Adyen.

Mit der weltweiten Kooperation mit Alipay ist Adyen jetzt ein Coup gelungen. Die Verbindung mit Alipay dürfte auch die Attraktivität von Adyen weiter steigern. Das 2006 gegründete Unternehmen verfügt über weltweite Niederlassungen und betreut 4500 Kunden – darunter sind acht der zehn größten Internet-Unternehmen wie Facebook oder Uber.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Zahlungen in Höhe von 90 Milliarden Dollar abgewickelt und seinen Umsatz auf rund 660 Millionen Euro verdoppelt. Nach den Worten des Firmen-Gründers Pieter van der Does ist das Unternehmen bereits seit 2010 profitabel. Zu den Firmen-Finanziers gehören beispielsweise Temasek aus Singapur, General Atlantic und der Familienfonds von Facebook-Eigner Mark Zuckerberg. Mittlerweise besitzt Adyen auch eine Banklizenz, um beispielsweise bei Zahlungen an die Händler flexibler zu sein.

KONTEXT

Tipps für erfolgreiche Fintech-Kooperationen

Flucht aus den vier Wänden

Ein eigenes Innovationslabor innerhalb eines Start-up-Ökosystems kann helfen, sich von organisatorischen und kulturellen Zwängen zu lösen. Komplett abgeschnitten von der Hauptorganisation sollte dies aber auch nicht sein, eine umsichtige Verbindung fördert den wirtschaftlichen Erfolg.

Schneller Anbindungsprozess

Große Organisationen sollten flexible Prozesse bereithalten, um Fintechs schnell einzugliedern.

Pragmatischer Umgang mit intellektuellem Eigentum

Lizenzbedingungen gewinnen an Bedeutung. Deshalb sollten Banken auch hier einen flexiblen Ansatz wählen.

Koordinierte Innovationsstrategie

Fintechs werden immer unterschiedlicher und Fintech-Zentren entwickeln sich global. Multinationale Banken brauchen deshalb einen koordinierten Plan und eine zentrale Wissensbasis, um die attraktivsten Innovationen zu identifizieren.

Die Partner kennen

Bevor Banken mit einem Fintech kooperieren, sollten sie die Gründer persönlich kennenlernen. Das bringt mehr Erkenntnisse als beispielsweise ein 200-seitiger Fragebogen.

Das richtige Investmentmodel

Zunächst einen Minderheitsanteil an einem Fintech zu erwerben kann sinnvoller sein als das junge Unternehmen gleich komplett zu übernehmen. So wird vermieden, dass Innovationen ausgebremst werden.

Quelle

Simmons & Simmons, Hyperfinance, April 2017