Adventskalender 2020: Ein Gericht, das zum Fest entschleunigt

·Lesedauer: 1 Min.

Wenn sich Chefs nackig machen, dann muss die Lage schon ernst sein. Und das ist jetzt kein metaphorisches „nackig“. Wer durch die großen Scheiben des Restaurants „Schneeweiß“ an der Simplonstraße in Friedrichshain schaut, wird erst mal mit dem riesigen Bild zweier nackter Männer begrüßt, nur ein großer weißer Teller voller goldbraun gebackener Schnitzel, bei denen sich die Panade – so wie es sein soll – wellig vom Fleisch abhebt, verhindert, dass wir die volle Entblößung sehen. Ein Feigenschnitzel, sozusagen. „Delivery & Take Away“ und „Ein Schnitzel in den harten Zeiten“ steht charmant darunter.

Ja, es sind harte Zeiten, besonders für Gastronomen. Restaurantmanager Marko Nikolic und Inhaber Kevin Elias versuchen, es so leicht wie möglich zu nehmen – und haben sich für die gute Sache ausgezogen. Seit 15 Jahren gibt es das Restaurant „Schneeweiß“ mit Schwerpunkt in der alpenländischen Küche. Das Schnitzel ist das Signature Dish. Aber auch Spätzle mit Bergkäse und Saftgulasch vom Tafelspitz. Genau dieses Gulasch ist der Star dieses Textes.

Saftig? Tafelspitz ist eigentlich ein sehr mageres Fleisch

Tafelspitz und Saftgulasch. So richtig will das im ersten Moment im Kopf nicht zusammengehen. Gut, auch Gulaschfleisch stammt vom Rind. Aber das Tafelspitzfleisch ist ein besonders mageres Fleisch, „gehört zum auslaufenden Schwanzstück“, heißt es im Lexikon. Man kennt es klassisch gekocht und in Bouillon serviert, mit Meerrettich darüber gerieben. Lecker, ja. Keine Frage. Aber saftig?

Kla...

Lesen Sie hier weiter!