Adidas sitzt Nike im Nacken – die Bilanz in der Blitzanalyse

Der neue Chef Rorsted treibt Adidas zu Höchstleistungen. Die Marke ist 2017 kräftig gewachsen. Doch einige Bereiche haben noch Nachholbedarf.


Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat am Mittwoch seine Jahreszahlen vorgelegt. Die wichtigsten Fakten.

  • Der Umsatz ist währungsbereinigt um 16 Prozent auf 21,2  Milliarden Euro gewachsen und liegt damit leicht unter dem Plan.
  • Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen kletterte um 32 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das ist etwas mehr, als die Sportmarke versprochen hatte.
  • Vorstandschef Kasper Rorsted hat ein erfolgreiches erstes Jahr hinter sich und die hohen Erwartungen der Investoren weitgehend erfüllt.
  • Der Konzern will Aktien im Wert von drei Milliarden Euro zurückkaufen und einziehen. Das Programm startet im März und dauert drei Jahre.

Insgesamt befindet sich Adidas mit diesem Ergebnis klar im Aufwind. Doch einige Bereiche haben noch Nachholbedarf.

Das fällt positiv auf

Gewinn: Adidas ist deutlich profitabler geworden im vergangenen Jahr. Die operative Marge ist um 1,2 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent geklettert. Damit rückt der Konzern wieder ein Stück näher an Weltmarktführer Nike heran, der bis zu 13 Prozent erreicht. Davon profitieren die Aktionäre: Die Dividende soll um 30 Prozent auf 2,60 Euro steigen.

Das fällt negativ auf

Reebok: Die US-Tochter kommt weiterhin nicht in Fahrt. Der Umsatz der Marke ist im vierten Quartal um sechs Prozent geschrumpft. Ein Alarmzeichen für Vorstandschef Rorsted. Immerhin, auf Jahressicht sind die Erlöse um vier Prozent geklettert. Adidas hat Reebok vor zwölf Jahren übernommen. Bis heute ist es den Franken nicht gelungen, mit dem Label das Niveau der Kernmarke Adidas zu erreichen.


Was jetzt passiert

Die Prognose: Adidas wird dieses Jahr nicht mehr ganz so dynamisch zulegen wie 2017. Rorsted verspricht ein Umsatzplus von lediglich zehn Prozent. Das hatten Analysten im Vorfeld erwartet. Vor allem in China und Nordamerika legt das Unternehmen überdurchschnittlich zu, das wird sich fortsetzen.

Auch der E-Commerce ist ein Wachstumstreiber. Der Gewinn soll zwischen 13 und 17 Prozent wachsen. Damit wird Adidas erneut profitabler werden. Die operative Marge soll auf bis zu 10,5 Prozent klettern. Bis 2020 soll der Wert auf 11,5 Prozent klettern. Das ist ambitionierter als bisher, zuvor strebte Rorsted lediglich 11 Prozent an.