Adidas sieht Sanierung von Reebok auf gutem Weg

Die stärksten Zuwächse erzielte adidas in Nordamerika.

Sie ist das Sorgenkind des Sportartikelherstellers Adidas: Mit einem grundlegenden Umbau soll die US-Tochter Reebok rentabler werden. Dabei sieht Adidas-Chef Rorsted erste Fortschritte. Am Ende aber entscheiden harte Fakten.

Herzogenaurach (dpa) - Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht erste Fortschritte bei der Sanierung der US-Tochter Reebok. Neun Monate nach dem Start eines Fitnessprogramms für das lange Zeit unrentable Unternehmen sei es zwar zu früh für eine detaillierte Bewertung. «Reebok macht aber Fortschritte.

Alles läuft in die richtige Richtung», sagte Rorsted am Donnerstag bei der Vorlage aktueller Quartalszahlen. Das Adidas-Sorgenkind, das mit einer Verschlankung der Bostoner Zentrale und einem Umbau des Vertriebs rentabler werden soll, steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um fünf Prozent.

Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt sieht sich der fränkische Sportartikelhersteller inzwischen gut aufgestellt. Im zweiten Quartal lag der Konzernumsatz in Nordamerika mit 1,014 Milliarden Euro um 25,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

In keiner Region wächst das Unternehmen derzeit stärker. Adidas will deshalb seine Präsenz in den USA und in Kanada ausbauen. Erst am Mittwoch war der Sponsorenvertrag mit der nordamerikanischen Fußball-Liga (Major League Soccer) bis 2024 verlängert worden.

Immer größere Sorgen macht dem Dax-Konzern hingegen der russische Markt. «Das ist derzeit die einzige Region, die schwächelt», berichtete Rorsted. Der Umsatz mit Sportschuhen und Trikots sackte dort im ersten Halbjahr auf 341 Millionen Euro ab - ein Minus von gut zehn Prozent. Als Reaktion hat Adidas bereits sein Ladennetz ausgedünnt. Derzeit sei man noch mit 811 Läden in Russland vertreten - 100 weniger als zu Jahresbeginn, berichtete eine Firmensprecherin. Angesichts sinkender Einkommen sparten viele Russen auch bei Sportkleidung.

Mit den bereits in der Vorwoche veröffentlichten Quartalszahlen übertraf Adidas die Erwartungen der Analysten. Wie der Konzern nun bestätigte, stieg der Umsatz zwischen April und Juni um ein Fünftel auf 5,038 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern (EBT) kletterte um 14,5 Prozent auf 486 Millionen Euro. Unter dem Strich (Konzernergebnis) blieben dem Unternehmen 159 Millionen Euro. Adidas korrigierte daraufhin seine Jahresprognose für 2017 nach oben. Rorsted geht jetzt von einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 17 bis 19 Prozent aus. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen könnte 2017 auf 1,36 bis 1,39 Milliarden steigen.