Adidas-CEO Kasper Rorsted: „Das deutsche Lieferkettengesetz ist kompletter Käse"

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Der Geschäftsführer von Adidas Kasper Rorsted.
Der Geschäftsführer von Adidas Kasper Rorsted.

Nachhaltige Produkte müssen auch wettbewerbsfähig gemacht werden, lautet das Motto des Adidas-Chefs, Kasper Rosted, wenn es um die Sneaker aus recyceltem Material geht. In einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) erzählt er, dass dabei vor allem wichtig sei, dass sie sich preislich nicht stark von den weniger nachhaltigen Produkten unterscheiden würden. Denn Rorsted geht davon aus, dass die meisten Menschen nicht bereit seien, mehr für Nachhaltigkeit zu zahlen. „Bei einem Unterschied von 220 zu 180 Euro ist völlig klar, welcher Schuh gekauft wird“, sagt Rorsted. „Das ist aber gar nicht schlecht, denn dadurch bekommen wir Druck, bessere Produkte zu machen.“

Adidas möchte bis 2050 klimaneutral sein. Die größte Herausforderung des Konzerns bestehe dabei allerdings nicht im eigenen Haus, sagt Rorsted. Vielmehr seien es die Zulieferer und bestimmte Teile der Produkte, für die eine nachhaltigere Alternative oft noch fehle. Das liege auch daran, dass die Lieferketten lang und unübersichtlich seien, wird der Manager von "NZZ" zitiert. Zum deutschen Lieferkettengesetz, nach dem Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette gewahrt und Beschwerdemöglichkeiten für Angestellte eingerichtet werden müssen, findet Rorsted harte Worte: Es sei „kompletter Käse“. „Das ist ein Gesetz für ein einziges Land. Wenn das 15 Länder in Westeuropa machen, haben wir 15 verschiedene Gesetze, und dann machen die Amerikaner noch etwas anderes. Das bringt gar nichts, außer Bürokratie.“ Nichtsdestotrotz arbeite Adidas daran, „schneller als 2050 klimaneutral zu werden“.

In Digitalisierung und Sportmarketing sieht Rorsted die Zukunft

Ein weiterer Fokus liege bei dem Sportartikelhersteller auf dem Ausbau der Digitalisierung. So stellt Adidas laut Rorsted bis zum nächsten Jahr allein 2000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein im Bereich der Digitalisierung ein. Neben der Digitalisierung will der CEO den Konzern auch in Sachen Sportmarketing auf dem deutschen Markt voranbringen. In Deutschland sorgen bislang größtenteils Fußballvereine für Werbung. Union Berlin, der HSV, Fortuna Düsseldorf und allen voran: der FC Bayern München. Das soll ausgebaut werden. „Für uns ist es wichtig, dass der Junge oder das Mädel unsere Produkte auch im Dorfstadion sieht. Es darf keine exklusive Angelegenheit sein“, erklärt Rorsted. Daher hält er auch nichts von einer Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre. Wichtig sei stattdessen, dass auch andere Sportarten im Fernsehen übertragen und repräsentiert würden.

jk

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