Werbung

Adidas wird an der Börse herabgestuft, weil der Rauswurf von Kanye West das Ergebnis belastet

Adidas beendete den Vertrag mit Kanye West, nachdem er sich wiederholt antisemitisch geäußert hatte. - Copyright: Gotham/GC Images
Adidas beendete den Vertrag mit Kanye West, nachdem er sich wiederholt antisemitisch geäußert hatte. - Copyright: Gotham/GC Images

Die Kredit-Rankingagentur S&P Global Ratings hat die lang- und kurzfristigen Kreditratings für Adidas gesenkt, nachdem der deutsche Sportbekleidungsriese davor gewarnt hatte, dass das Ende der Partnerschaft mit Kanye West die Erträge beeinträchtigen könnte.

Die Agentur, die die Fähigkeit von Unternehmen zur Rückzahlung von Krediten beurteilt, stufte am Dienstag das Schuldenranking von Adidas von "A+" auf "A-" herab und warnte, dass diese Bewertung bald wieder sinken könnte.

"Adidas sieht sich mit einer Vielzahl von geschäftlichen Herausforderungen konfrontiert – darunter die Beendigung der Yeezy-Partnerschaft, anhaltender Wettbewerbsdruck auf dem chinesischen Markt und ein Rückgang der Verbrauchernachfrage in westlichen Ländern", so S&P in einer Erklärung.

Adidas beendete seine Partnerschaft mit Ye – dem Rapper und Modedesigner, der früher als Kanye West bekannt war, im Oktober. Grund dafür war eine Reihe antisemitischer Kommentare, die er auf Twitter und in einem nicht ausgestrahlten Interview mit Tucker Carlson für Fox News geäußert hatte.

In einer Gewinnwarnung vom 9. Februar sagte das Unternehmen, dass das Scheitern des Geschäfts seine Gewinne in diesem Jahr um etwa 1,2 Milliarden Euro verringern würde.

Die von West designten Yeezy-Sneaker sollten laut der S&P-Erklärung im Jahr 2022 voraussichtlich rund sieben Prozent des gesamten Adidas-Umsatzes ausmachen.

Adidas kämpft auch damit, konkurrierende Marken wie Anta in China zu überholen und auch im Westen könnte sein Gesamtumsatz ins Wanken geraten, wenn eine Rezession die Verbraucherausgaben einschränkt.

Doch nicht nur S&P hat düstere Aussichten für Adidas. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft Bernstein Research warnte Anfang des Monats, dass der Umsatz der Marke bis 2023 um zwei Milliarden Dollar (etwa 1,9 Milliarden Euro) sinken könnte. Das deutet darauf hin, dass die Marke auch dann Probleme gehabt hätte, wenn die Partnerschaft mit Ye nicht gescheitert wäre.

"Der Umsatzrückgang hat mehr als nur mit Yeezy zu tun", sagte Aneesha Sherman, Analystin bei Bernstein, in einer Mitteilung an Kunden. "Wir sind besorgt über den grundsätzlichen Zustand des Geschäfts, der zu einem so drastischen Rückgang führt, selbst wenn man den Einfluss von Yeezy herausrechnet."

Adidas ist hauptsächlich im Frankfurter Dax 40 notiert. Aber in den USA ansässige Investoren können amerikanische Depositary Receipts kaufen, wenn sie Aktien des Unternehmens besitzen möchten. Die Aktien sind seit Jahresbeginn um acht Prozent und seit dem Abbruch der Zusammenarbeit mit Ye am 25. Oktober um 47 Prozent gestiegen.

Dieser Artikel wurde von Stefanie Michallek aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.