Adalet-Marsch: Menschenkette am Reichstag für Demokratie in der Türkei

Türkische Oppositionelle demonstrieren vor dem Reichstag

Rund 150 Menschen haben sich am Donnerstagabend zu einem Protestmarsch für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei versammelt. Die Demonstration unter dem Motto "Wir wollen Gerechtigkeit" startete mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor und endete mit einer Menschenkette am Reichstagsgebäude. Der Polizei zufolge waren 3000 Teilnehmer angemeldet. Der Aufmarsch verlief den Angaben nach bis zum frühen Abend friedlich.

Mit dem Aufzug wollen die Veranstalter den "Gerechtigkeitsmarsch" von Kemal Kilicdaroglu unterstützen. Der Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP startete am 15. Juni seinem Protestmarsch in Ankara. Am kommenden Sonntag soll er nach 400 Kilometern Wanderung gemeinsam mit tausenden Teilnehmern in Istanbul ankommen. Auslöser war die Verurteilung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoglu zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats.

Zu der Kundgebung in Berlin hatten unter anderem der Berliner Bund der CHP aufgerufen. "Journalisten, Wissenschaftler und Abgeordnete werden massenhaft verhaftet", so Chef der Berliner CHP, Kenan Kolat. Der demokratische Rechtsstaat werde von Tag zu Tag aufgehoben. Man sehe sich gezwungen, "hierzu NEIN zu sagen". Zur Abschlusskundgebung in Istanbul erwartet die CHP rund eine Millionen Menschen.

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