Acrylamid-Verordnung tritt am Mittwoch in Kraft

Am Mittwoch tritt die Acrylamid-Verordnung der EU-Kommission in Kraft. Sie sieht insbesondere Vorschriften für Restaurants und Bäckereien vor, um den Acrylamidgehalt in Lebensmitteln zu verringern. Die Substanz, die besonders beim Frittieren, Braten und Backen von Lebensmitteln entsteht, ist nachweislich krebserregend.

Die Verordnung sieht die Einführung von Richtwerten für den Acrylamidgehalt von Lebensmitteln vor. Eine detaillierte Liste der Kommission beschreibt für die Zubereitung bestimmter Lebensmittel verschiedene Wege, um die Richtwerte einzuhalten - etwa die Wahl der Kartoffelsorte, das Aussortieren von unreifen Kartoffeln oder längeres Backen oder Frittieren bei niedrigeren Temperaturen.

Acrylamid entsteht vor allem dort, wo kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Kartoffel- und Getreideprodukte mit wenig Wasser unter hohen Temperaturen zubereitet werden und zusätzlich Zucker im Spiel ist. Betroffen sind Lebensmittel wie Kartoffelchips, Pommes Frites und Bratkartoffeln, aber auch Kekse, Brot, Toast, Knäckebrot und Kaffee. Auch Weihnachtsgebäck steht auf der Risikoliste ganz oben.

Der CDU-Europaabgeordnete und Arzt Peter Liese begrüßte die Verordnung, denn bei Acrylamid handle es sich um "ein echtes Gesundheitsproblem". Die Mengen, die insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zu sich nähmen, seien "erheblich", erklärte Liese.

Die Initiative der Kommission hatte besonders in Belgien für Aufruhr gesorgt. Da die Rezeptur belgischer Pommes zweimaliges Frittieren vorsieht, kamen Befürchtungen auf, bei strengeren Regeln gegen Acrylamid in Lebensmitteln könnte dies nicht mehr möglich sein.

Niemand wolle den Geschmack von Pommes Frites oder ähnlichen Lebensmitteln beeinflussen, beschwichtigte die Kommission. Anders als Deutschland, das sich wie fünf weitere Ländern seiner Stimme enthielt, hatte Belgien schließlich zusammen mit den übrigen Mitgliedsstaaten für die Verordnung gestimmt.