Achtung, neue Mogelpackungen! Wäsche waschen wird teurer

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Schon wieder! Der Hersteller Procter & Gamble hat den Inhalt seines Waschmittels Lenor schon wieder geschrumpft. Verbraucher zahlt nun bis zu 18 Prozent mehr. Damit er es nicht merkt, wird im Handel für ordentlich Verwirrung gesorgt. Die Verbraucherzentrale Hamburg straft Lenor deshalb mit der unrühmlichen Auszeichnung „Mogelpackung des Monats“ ab.

Waschen wird immer teurer – zumindest für alle, die zu Lenor greifen und nicht merken, dass ihnen eine versteckte Preiserhöhung nach der anderen untergejubelt wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg will, dass Kunden merken, wenn ihnen mit Preistricks mehr Geld aus der Tasche gezogen wird.

Besonders dreiste Preiserhöhungen strafen die Verbraucherschützer deshalb regelmäßig mit dem Titel „Mogelpackung des Monats“ ab. Und den hat sich im April Lenor abgeholt. Bei verschiedenen Waschmitteln dieser Marke hat Procter & Gamble die Füllmengen reduziert – bei unverändertem Preis.

„Beim Produkt Lenor Flüssig werden zum Beispiel nur noch 17 statt wie bisher 20 Waschladungen pro Flasche verkauft. Bei identischem Preis führt die geringere Menge zu einer versteckten Preiserhöhung von 18 Prozent“, so die Verbraucherzentrale. Darüber hinaus wurde Lenor Pulver von 18 auf 16 Waschladungen reduziert und bei den Pods sind nur noch zwölf statt vorher 14 in einer Packung.

(Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Zuletzt hatte der Hersteller Ende 2016 kräftig an der Preisschraube gedreht und wurde dafür von den Verbraucherschützern kritisiert. Das „Lenor Vollwaschmittel (flüssig)“ kostete seitdem 23,6 Prozent mehr, der Preis für „Lenor Colorwaschmittel (Pulver)“ wurde um 36,3 Prozent erhöht und für den Weichspüler „Lenor Superkonzentrat“ mussten Verbraucher ab dato 18,8 Prozent mehr zahlen.

Keine eineinhalb Jahre später wird es nun schon wieder erheblich teurer.

Für weniger Durchblick im Supermarkt sorgen nun verschiedene Flaschen. Das Flüssigwaschmittel stehe in vier verschiedenen Größen im Handel, wer solle bei dem Wirrwarr noch durchblicken, bemängeln die Marktbeobachter.

Die Schrumpfungen habe Procter & Gamble mit Produktverbesserungen begründet, das Mittel enthalte jetzt eine verbesserte Weißformel sowie neue Duftstoffe.

Noch drastischer wurde die Füllmenge des Lenor Flüssigwaschmittels reduziert: Statt vorher 1.400 Milliliter sind jetzt nur noch 935 Milliliter drin. „Damit ist jetzt ein Drittel weniger Flüssigwaschmittel in der Flasche. Der Konzern begründet die Schrumpfung mit dem Hinweis, dass das Waschmittel jetzt ,stärker kompaktiert‘ sei“, so die Verbraucherzentrale. Angeblich reiche die neue Menge immer noch  für 17 Waschladungen, bei der alten Menge waren es 20.

Grundsätzlich sei es der Umwelt zuliebe begrüßenswert, wenn bei gleicher Waschleistung weniger Mittel benötigt würde. Doch es sei zu befürchten, dass die Verbraucher ihre Dosierung nicht anpassen, zumal Lenor ohne Dosierkappe verkauft wird.

Ariel ebenfalls teurer

Übrigens hat Procter & Gamble auch die Füllmenge seiner Ariel Pods reduziert. Statt 18 sind nur noch 17 Stück in der Verpackung – das macht unterm Strich bei gleichem Preis eine versteckte Verteuerung von sechs Prozent.

Für alle, die sparen wollen, heißt es also künftig: Augen auf beim Waschmittelkauf!

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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