Achtung Investoren: Hier kommt ein simpler Trick, um die Abgeltungsteuer zu reduzieren!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
ETFs Abgeltungsteuer

Hast du dir schon einmal überlegt, was außer diversen Gebühren oder einem schlechten Kursverlauf die Rendite eines Aktieninvestments empfindlich schmälern kann? Richtig, es sind steuerliche Aspekte, die hier eine äußerst wichtige Rolle einnehmen. Ganz konkret ist es die sogenannte Abgeltungsteuer, die bei vielen Investoren für etwas Unbehagen sorgt.

Denn zum 01.01.2009 ist ja leider die Spekulationsfrist komplett abgeschafft worden. Und seitdem muss auf alle Kursgewinne und Dividenden von Wertpapieren, die nach diesem Stichtag angeschafft wurden, Abgeltungsteuer entrichtet werden. Allerdings nur, wenn der jedem Bürger zustehende Freibetrag von 801 Euro (Verheiratete 1.602 Euro) überschritten wird.

Danach kann es richtig teuer werden. Für den, der keine Kirchensteuer bezahlen muss, beträgt die Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag 26,375 % der erzielten Kapitalerträge. Wenn gar noch die Kirchensteuer hinzukommt, sind es je nach Konfession sogar bis zu 28 %, die an den Fiskus abgeführt werden müssen. Doch um diese lästige Steuerlast etwas abzumildern, gibt es einen kleinen Trick, den man kennen sollte.

Das Geheimnis des Verlustvortrags

Es ist kaum zu glauben, aber mit dem sogenannten Verlustvortrag ist es möglich, die Abgeltungsteuer ganz oder zumindest teilweise zu umgehen. Denn jede Bank in Deutschland ist verpflichtet, einen Verrechnungstopf zu führen. Und aus dem Namen kann man eigentlich schon ableiten, was es damit auf sich hat. Dort werden nämlich die jeweiligen Gewinne oder Verluste, die beim Verkauf von Aktien entstanden sind, gegeneinander verrechnet.

Hierbei gibt es allerdings eine schöne Besonderheit. Sollten jetzt etwa die Verluste in einem Kalenderjahr höher ausgefallen sein als die Gewinne, dann kann der übrig gebliebene Verlust in das nächste Jahr übertragen werden. Und man sollte wissen, dass die so angesammelten Verluste auch nicht verfallen. Auch Jahre später kann man sie noch mit dann erzielten Gewinnen verrechnen.

Wie kann man dies nun für sich nutzen?

In fast jedem Depot gibt es ja mitunter Titel, die sich nicht so gut entwickelt haben, als man dachte. Weshalb man sie unter Umständen gerne abstoßen möchte. Allerdings mag es auf der anderen Seite auch Aktien geben, die mächtig im Kurs zugelegt haben. Hier überlegt man jetzt vielleicht, die erzielten Gewinne auch einmal mitzunehmen. Dagegen ist ja grundsätzlich erst einmal nichts einzuwenden.

Doch an dieser Stelle sollte man unbedingt auf eine richtige Vorgehensweise achten. Um die Abgeltungsteuer zu reduzieren, muss man die Aktien, die im Minus notieren, zwingend als Erste verkaufen. Erst danach sollte man bei den anderen Werten die Gewinne realisieren. Warum, ist ganz klar. Sind die entstandenen Verluste nämlich größer oder gleich hoch wie die erzielten Gewinne, fällt keine Abgeltungsteuer an.

Man könnte aber auch mehr oder weniger regelmäßig nur die Verlierer aus dem Depot entfernen. Und die Gewinne bei den Überfliegern einfach weiterlaufen lassen. Denn wie schon angesprochen, kann man ja die entstandenen Verluste beliebig weit in die Zukunft mitnehmen. So ist es eben möglich, auch noch viele Jahre später die beim Verkauf von Aktien entstehenden Gewinne massiv zu reduzieren.

So, jetzt kennst du diesen einfachen und simplen Trick, mit dem man die Steuerlast für seine Investitionen zu seinen Gunsten optimieren kann. Denn, wie gesagt, können gerade Steuern die Rendite einer Aktieninvestition nachhaltig negativ beeinflussen. Deshalb sollte man meiner Meinung nach alle Möglichkeiten ausschöpfen, die helfen können, hier die Steuerlast deutlich zu reduzieren.

Der Artikel Achtung Investoren: Hier kommt ein simpler Trick, um die Abgeltungsteuer zu reduzieren! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

Mehr Lesen

Motley Fool Deutschland 2021