Achtung Brady! Packers mit Machtdemonstration

Eric Böhm
Aaron Rodgers beeindruckte gegen die Seahawks mit einer starken Leistung

München – Auf einmal können sie auch Defense. Die Green Bay Packers haben im mit Spannung erwarteten Topspiel des NFL-Auftaktwochenendes eine deutliche Machtdemonstration hingelegt.

Das reine Ergebnis gegen die Seattle Seahawks fiel mit 17:9 nicht sonderlich beeindruckend aus, aber die Art und Weise sendete ein deutliches Signal an die wenig überzeugenden Super-Bowl-Kandidaten Pittsburgh, Tom Bradys New England oder Atlanta.

"Für so einen Sieg gegen ein Topteam der NFC bist du im Dezember oder Januar sehr dankbar. Es hat längst noch nicht alles geklappt, aber es war ein Teamerfolg", sagte Star-Quarterback Aaron Rodgers.


Starke Defense bei den Packers

Tatsächlich wurde diesmal über weite Strecken die so hochgelobte und explosive Offensive von der Verteidigung in den Schatten gestellt. Mit Blick auf die Titelchancen dürfte das den Packers besonders Selbstbewusstsein geben.

Im Laufspiel ging für die ambitionierten Seahawks praktisch nichts - Ex-Packer Eddie Lacy kam auf ganze drei Yards, aber auch Quarterback Russell Wilson kam nie wirklich ins Rollen und wurde dreimal gesackt.

Vor allem Mike Daniels stach heraus. Der Mann aus der D-Line brachte es am Ende auf sieben Tackles, 1,5 Sacks und erzwang einen Fumble von Wilson.

"Mike Daniels ist ein Tier. Wenn du hinter ihm spielst, gibt es immer Freiräume. Er ist großartig und hat sich den Hintern aufgerissen", lobte Linebacker Jake Ryan.

Duell gegen die Falcons in Woche zwei

Weil die Packers-Defensive mit Linebackern und der Defensive Line so stark und druckvoll agierte, wurde die komplett umformierte Passverteidigung kaum getestet.

Das wird sich in der kommenden Woche ändern. Dann kommt es in Atlanta zur Revanche des NFC-Finales vom Januar. Damals wurde Green Bay mit 21:44 aus dem alten Georgia Dome gefegt.


Da dürfte die eine oder andere Rechnung noch offen sein. Rodgers geht jedenfalls mit einem guten Gefühl in den nächsten Härtetest.

Rodgers kassiert wieder eine Interception

Zwar endete seine Serie von Pässen in der regulären Saison ohne Interception (nach 251 Versuchen), aber der zweimalige MVP zeigte auch schon wieder seine Klasse – unter anderem mit dem langen Touchdown auf seinen Lieblingsreceiver Jordy Nelson.

Der gefürchteten "Legion of Boom" der Seahawks schenkte er auch mehr als 300 Yards ein, besonders ein neuer Teamkollege hatte es ihm aber angetan: Martellus Bennett.

"Marty und ich sind ganz schnell Freunde geworfen. Er ist ein herausragender Spieler, aber auch ein interessanter und kreativer Mensch. Er bildet sich seine Meinung nicht auf Twitter", sagte Rodgers.


Bennett neuer Rodgers-Liebling

Wie eng das Verhältnis zu dem ehemaligen Patriot ist, zeigte eine Szene im letzten Viertel. Rodgers steckte einen harten Hit von Linebacker K.J. Wright ein. Das wollte Bennett nicht stehen lassen und handelte sich für seinen Schubser eine Strafe ein.

Rodgers wusste die Geste allerdings zu schätzen: "Das hat mir viel bedeutet. Ich habe Marty gleich gedankt. Ich habe viel Respekt vor ihm und stehe hundertprozentig hinter ihm", erklärte Rodgers.

Das galt auch für Bennetts Hymnenprotest – als Reaktion auf die Polizeiaktion mit seinem Bruder Michael (Seahawks-Verteidiger) in Las Vegas -, den Rodgers voll unterstützt.

Bennett rechtefertigte das Vertrauen mit einem 26-Yard-Catch, der den Sack zu machte.

Verbesserte Defense, bewährte Waffen, neuer Teamgeist und der altbekannte Rodgers: diese Packers untermauerten ihre Titelansprüche eindrucksvoll.