Frankreich im Achtelfinale - Dembele als Verlierer

Kylian Mbappe (r.) und Antoine Griezmann feiern Frankreichs Führungstreffer gegen Peru

Eingehüllt in eine dicke Daunenjacke verschwand Frankreichs Rekordmann inmitten seiner jubelnden Mitspieler.

Ein kurzer Gruß an die Fans, dann wollte Kylian Mbappe bei Temperaturen von knapp über zehn Grad in Jekaterinburg am liebsten in der Kabine verschwinden. Doch Olivier Giroud packte den sündhaft teuren Jungstar an den Schultern, schüttelte ihn und verdeutlichte Mbappe damit die historische Dimension seines entscheidenden Treffers gegen Peru. (Die Tabelle der Gruppe C)

Im Alter von 19 Jahren und 183 Tagen hatte der 180-Millionen-Stürmer von Paris Saint-Germain als jüngster Franzose der WM-Geschichte ein Tor erzielt (34.) und seiner Mannschaft damit den Weg ins Achtelfinale geebnet.

"Für mich wird ein Traum wahr"

"Für mich wird ein Traum wahr", sagte Mbappe, der auch bis zu seiner Auswechslung (75.) in der Defensive mithalf, das 1:0 (1:0) zu verteidigen. "Ich wollte dem Team heute etwas geben und habe mich aufgeopfert", sagte er.


Mbappe und die "Baby Bleus" deuteten gegen die nun bereits ausgeschiedenen und daher tieftraurigen Südamerikaner zumindest in der ersten Halbzeit ihr großes Potenzial an und ließen die Grande Nation nach dem holprigen Auftakt gegen Australien (2:1) aufatmen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir sind für das Achtelfinale qualifiziert, das war unser Ziel", sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps, der zugab, nach der Pause "gelitten" zu haben: "Jetzt wollen wir Gruppensieger werden, doch zuerst werden wir die beiden Siege genießen."

Ohne Dembele läuft's besser

Deschamps durfte zufrieden sein, er hatte auf den schwachen Start reagiert und sein Team auf zwei Positionen verändert. Für Corentin Tolisso von Bayern München und den Ex-Dortmunder Ousmane Dembele rückten Blaise Matuidi und Giroud in die Anfangsformation.

Dafür änderte Deschamps sein System auf ein 4-2-3-1, für die "permanenten Wechsel" in der Vorbereitung hatte ihn die L'Equipe kritisiert.


Deschamps Plan ging vor 32.789 Zuschauern auf - nicht nur, weil Giroud sich vor Mbappes Treffer (34.) im Strafraum entscheidend durchsetzte. Der Jungstar, der beim Titelgewinn in der Heimat 1998 nicht einmal geboren war, musste nur noch abstauben. (Der WM-Spielplan)

Auch wenn er anschließend oft zu verspielt agierte, geht es für die Franzosen am kommenden Dienstag im Luschniki-Stadion von Moskau gegen Dänemark (4 Punkte) um Platz eins der Gruppe C. Peru spielt gegen die Australier nur noch um den ersten WM-Sieg seit 40 Jahren.

Peru trifft die Latte

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte den Titel vor dem Spiel zur nationalen Aufgabe erklärt und damit den Druck auf die junge französische Mannschaft noch einmal erhöht. Auch wenn Peru die Räume verengte, kamen die "Bleus" zu Beginn mit den hohen Erwartungen der Heimat zurecht. 

Peru hielt das Geschehen häufig vom eigenen Strafraum fern, kam aber erst nach 31 Minuten zur ersten Chance, die es allerdings in sich hatte. Kapitän Paolo Guerrero scheiterte aus kurzer Distanz an Hugo Lloris, der als erster Torwart zum 100. Mal im französischen Tor stand. Wenig später sah die Nummer eins aus der Ferne das Führungstor.


Das drohende Aus vor Augen öffnete Peru schon vor der Pause den Riegel, und die pfeilschnellen Franzosen nahmen die Räume dankbar an. Zu sicher durften sie sich jedoch nicht sein, Pedro Aquino (50.) traf nach dem Seitenwechsel ans Lattenkreuz. Näher kamen die Peruaner dem Ausgleich aber nicht.

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