Acht Verletzte in Bagdad bei Protest wegen Koran-Verbrennung

Bei einer Protestversammlung vor der  schwedischen Botschaft in Bagdad ist es zu einer gewalttätigen Konfrontation zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Dabei wurden am Montag sieben Protestierende und ein Polizist verletzt, wie aus dem irakischen Innenministerium verlautete. Auslöser des Protests war eine Koran-Verbrennung durch einen schwedischen Rechtsextremisten am Wochenende in Stockholm.

Laut der Quelle aus dem Innenministerium hatten sich etwa 400 Menschen an dem Protest vor der Botschaft beteiligt. Sie riefen Sprechchöre wie "Nein zu Schweden, ja zum Koran!". Als die Polizei die Demonstranten zurückdrängte, brach Gewalt aus.

Die Demonstranten hätten mit Steinen geworfen, die Polizei Schlagstöcke eingesetzt, sagte der Ministeriumsmitarbeiter. Später verlief sich der Protest, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der schwedisch-dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan hatte am Samstag bei einer genehmigten Demonstration vor der türkischen Botschaft in Stockholm eine Ausgabe des Koran verbrannt. Die Aktion löste Empörung in vielen Teilen der islamischen Welt aus. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson verurteilte Paludans Aktion als "zutiefst respektlos", unterstrich jedoch zugleich, dass die Meinungsfreiheit ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie sei.

Die Koran-Verbrennung verschärft auch die Spannungen zwischen der Türkei und Schweden. Diese sind bereits wegen des schwedischen Antrags auf Nato-Beitritt stark angespannt. Die Türkei und Ungarn sind die einzigen der 30 Nato-Staaten, die dem schwedischen Antrag bislang kein grünes Licht gegeben haben.

loc/dja