Acht Models, die sich 2017 dank Social Media einen Namen machten

Wenn noch immer jemand behauptet, dass soziale Medien keinen Einfluss auf die Mode- und Schönheits-Branchen hätten, dann sollten sie sich das noch einmal gut überlegen. Die sozialen Medien haben heutzutage die Macht, das Leben eines jeden mit einem gut verfassten Tweet, dem richtigen Hashtag oder einem perfekt getimten Video zu verändern. Und das innerhalb weniger Minuten.

Social Media hat Make-up-Artisten, Designern und Models neue Möglichkeiten eröffnet, die danach streben, ein großes Publikum zu erreichen, das ihre Träume unterstützt. Farbigen Models helfen diese Communities nicht nur, ihre Arbeit bekannter zu machen und unterstützen sie, sondern sie können auch den Weg bis zum Traum-Angebot oder zum Traumjob verkürzen.

Das Internet gab diesen farbigen Models die Möglichkeit, Hindernisse zu überwinden. (Collage von Quinn Lemmers für Yahoo Lifestyle)

Allein 2017 sahen wir viele Models, die im Internet wegen ihrer natürlichen, umwerfenden Looks an Bekanntheit gewannen – viele gingen dank Blogs, Reposts und Hashtags umgehend viral, immer mit dem Ziel, einen Modelvertrag zu erhalten. Lassen Sie uns acht Models genauer ansehen, deren Karrieren dank der Macht von Instagram und Twitter dieses Jahr so richtig durchstarteten.

Das Model, das Gender-Fluidity vorantreibt


Ehrlich, wenn ich von einer Modelagentur ausgesucht/entdeckt werde, dann ist es für euch alle VORBEI! Mit euch allen meine ich die WELT! Das ist wahre Inklusion/Vielfalt, Leute, gewöhnt euch dran!

Aaron Phillip ist auf einer Mission, unsere Auffasung von Schönheit zu verändern – dies beginnt beim Zugang für alle Models, egal welche Fähigkeiten man hat oder welchem Geschlecht man sich zuordnet. Für viele könnte es so aussehen, als würden zu viele Dinge gegen Phillip sprechen: körperlich behindert, nicht-binär und eine unterrepräsentierte Minderheit in der Modewelt. Allerdings postete sie eine Sammlung von Fotos auf Twitter und behauptete: „Ehrlich, wenn ich von einer Modelagentur ausgesucht/entdeckt werde, dann ist es für euch alle VORBEI! Mit euch allen meine ich die WELT! Das ist wahre Inklusion/Vielfalt, Leute, gewöhnt euch dran!“ Und das haben wir.

Sie nutzte dies nicht nur zu ihrem eigenen Vorteil, um einen Modelvertrag zu erhalten, sondern auch, um die Vielfalt der Models zu erhöhen, die man in Werbekampagnen sieht. Da Schönheit ein abstraktes Konzept ist, zeigte uns Phillip mit all ihren Fotos, dass sie, so wie wir, die Definition von Schönheit selbst verfassen kann!

Allein auf Twitter erhielt sie über 84.000 Likes und so wurde sowohl Duckie Thot auf das junge Model aufmerksam – die um ein Treffen mit Phillip bat – als auch unzählige Unterstützer, die sie anfeuerten: „NIMM ES! Ja zu mehr nicht-binären Models, JA zu mehr behinderten Models“ oder: „Dein Selbstbewusstsein strahlt!“ und natürlich das unvergleichbare „WEEEEEEERK!“, was so viel bedeutet wie „Daumen hoch“. Aaron Phillip, wir drücken dir die Daumen!

Das Model, das zufällig beim Homecoming entdeckt wurde

Anok Yai (Bild: Steven Hall/SUNK)

Jedes Jahr kommen Tausende Menschen zum Homecoming an der Howard University für ein Wochenende voller Spaß und Feierlichkeiten in die Hauptstadt des Landes und die Alumni kommen, um ihre Familie und Freunde zu besuchen. Aber für Anok Yai, eine 19-jährige Biochemie-Studentin an der Plymouth State University, wurden die Homecoming-Feierlichkeiten der HBCU zum Casting ihres Lebens.

Nachdem sie ein Foto von sich hatte machen lassen und dieses auf dem Instagram-Kanal des Fotografen gepostet wurde, wurde Yai über Nacht zur Social Media Sensation. Sie trug einen schwarzen langärmeligen Pullover, Jeansshorts und Strumpfhosen und Yais dunkle schokobraune Haut war für die Menschenmengen, den Fotografen und die Fans von #Blackgirlmagic auf Instagram nicht zu übersehen.

Es regnete zahlreiche Kommentare, die die Hoffnung ausdrückten, Yai sei ein Model. „Bitte sag mir, sie modelt“, schrieb ein Follower. „Oh mein Gott! Schaut euch nur Gottes Werk an, wow!! Sie ist bereit für den Laufsteg. Ich habe Mitleid mit dem Typen, der zu nervös war, um sie anzusprechen. Sie ist ein Juwel“, schrieb jemand anderer. Und es sah ganz so aus, als würden die Wünsche für Yai – die noch nie zuvor gemodelt hatte – nicht auf taube Ohren stoßen. Yai wurde von Next Models unter Vertrag genommen und ist auf dem besten Weg zu einer erfolgreichen Karriere in der Modebranche.

Das Model, das mit ihrer Hautfarbe für mehr Selbstliebe wirbt

Das südsudanesische Model spricht darüber, wie sie trotz Mobbings ihre Hautfarbe lieben lernte. (Bild: Twitter/Simply Ronis)

Auch wenn wir alle unterschiedliche Hautfarben haben, kann es manchmal schwierig sein, sich in seiner Haut wohl zu fühlen, wenn man aufgrund seiner Hautfarbe Anfeindungen ausgesetzt ist. Dies war viele Jahre lang der Fall für Ronis Aba, die im Südsudan geboren wurde, dann nach Ägypten zog und jetzt die USA ihr Zuhause nennt. An beiden Orten war sie aufgrund ihrer Hautfarbe Diskriminierung ausgesetzt. Selbst von ihren eigenen Familienmitgliedern. Deshalb wuchs die 22-Jährige mit dem Wunsch auf, jemand anderer sein zu wollen – bis zu ihrem zweiten Jahr im College.

Aba nutzt ihre Social Media-Bekanntheit, um anderen (und sich selbst) dabei zu helfen, zu lernen, wie man seine eigene Haut bedingungslos liebt. Sie wurde Model und postet Fotos von sich auf Twitter. „So wie der Schokoladenton vor dem Gelb aussieht. Ich kann nicht glauben, dass ich diese Haut jemals gehasst habe“, schriebt sie unter ein Quartett an Fotos von sich in unterschiedlichen Outfits vor unterschiedlichen Hintergründen. Und Abas bestärkende Botschaft erreicht viele: seit ihrem ersten Posting hat sie nicht nur über 10.000 Likes erhalten, sondern auch unzählige Menschen dazu inspiriert, sich selbst zu akzeptieren – innerlich und äußerlich.

„Die Mainstream-Medien haben uns gelehrt, uns zu hassen, aber ich bin froh, dass wir gelernt haben, uns selbst zu lieben“, schrieb ein User. Ein anderer User schrieb: „Es ist, als wäre Gelb wie GEMACHT für deine Hautfarbe!“, während zahlreiche andere schrieben“: Schwarz ist schön“. Abas kompromisslose Botschaft zeigt uns, dass wir alle schön sind und akzeptieren sollten, wer wir sind! Zeig es uns, Aba.

Das Model, das sich gegen Mobbing wehrte


Meine Schwester ist erst zehn, aber schon eine Prinzessin.

Wenn man schon als Kind gemobbt wird, dann ist das sehr schwer, vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass andere es nicht verstehen. Das war der Fall für die zehnjährige Kheris Rogers, die wegen ihrer Hautfarbe von ihren Klassenkameraden an ihrer Schule in Los Angeles gemobbt wurde. Das Mobbing war so schlimm, dass sie die Schule wechseln musste.

Ihre Schwester Taylor Pollard postete einen Tweet mit mehreren Fotos von Rogers in einem geblümten Kleid und mit ihren natürlichen Haaren, die der Welt zeigten, wie wunderschön ihre kleine Schwester ist. Der Tweet lautete: „Meine Schwester ist erst zehn, aber bereits eine kleine Prinzessin“ und wurde über 84.000 Mal gelikt und erhielt Tausende positive Kommentare. „Deine Schwester wird die Welt erobern!“, schrieb ein Follower, während zahlreiche andere kommentierten, wie hübsch Rogers sei. Viele schrieben über ihre eigenen persönlichen Wege zur Selbstliebe und ein Follower sagte: „Als Kind hasste ich meine Hautfarbe. Es war erst als Erwachsene, dass ich lernte, meine dunkle Haut zu lieben. Deine Schwester ist toll.“

All diese positiven Reaktionen in den sozialen Medien veranlassten Rogers dazu, ihre Bekanntheit zu nutzen, um sich gegen Mobbing und Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe auszusprechen. Seit dem ursprünglichen Tweet hat sich Rogers Leben definitiv verändert. Sie ist die Gründerin von „Flexin‘ in My Complexion“, eine T-Shirt Kollektion, und sie hat als jüngste Designerin bei der New York Fashion Week Geschichte geschrieben. Weiter so.

Das Model, das einem Uber-Fahrer eine Lektion erteilte

Nyakim Gatwech ist der Inbegriff von Black Girl Magic. (Bild: Instagram/queenkim_nyakim)

Nyakim Gatwech ist ein Model aus dem Südsudan, das in Minnesota lebt und auf Instagram über ein Erlebnis im Zusammenhang mit ihrer tiefen dunklen Hautfarbe berichtete. Sie postete ein Foto von sich mit drei weiteren sudanesischen Models und beschrieb in der Bildunterschrift, wie ein Uber-Fahrer sie fragte, ob sie ihre Haut für $10.000 bleichen lassen würde, worauf sie antwortete: „[…] warum in aller Welt sollte ich jemals dieses wunderschöne Melanin bleichen, mit dem Gott mich gesegnet hat?“

Die tolle Reaktion online – es regnete positive Kommentare wie „Ihr Ladies seid absolut umwerfend”, „Schwarz ist so schön” und „Dein Selbstbewusstsein ist toll!” – veranlasste Gatwech dazu, mit dem Posten inspirierender Fotos weiterzumachen, um anderen ihren Weg hin zu Selbstakzeptanz zu zeigen. Jetzt, mit über 331.000 Followern auf ihrer Instagram-Seite, lehrt das Model/Lehrerin zahlreichen Menschen, dass sie stolz auf ihre Hautfarbe sein können und dass man – wenn man sich aufrichtig selbst liebt – andere inspirieren kann, dies auch zu tun.

Das Model, das eine zweite Chance bekam

Vom Gefängnis aus den Laufsteg. Mekhi Alante Lucky bekam eine zweite Chance im Leben. (Bild: Aktenfoto; Ahmad Barber Photography)

Ein englisches Sprichwort lautet: Wenn dir das Leben Zitronen gibt, dann mach Limoade daraus. Für Mekhi Alante Lucky, der wegen zu schnellen Fahrens und Lenken eines gestohlenen Fahrzeugs 2016 verhaftet worden war, war die Limonade ein Modelvertrag.

Luckys Polizeifoto wurde wegen seiner fesselnden Augen bekannt – eines ist blau und eines ist braun. Das besagte Foto machte ihn umgehend zum Social Media Star, wo er 2017 den Spitznamen „Prison Bae“ (Gefängnis-Schönling) erhielt, als Twitter Wind von seiner Existenz bekam. Der 20-Jährige aus North Carolina ist jetzt bei St. Claire Modeling unter Vertrag und zeigt uns, dass es zweite Chancen im Leben gibt.

„Wow! So glücklich, dass er sein Leben umgekrempelt hat“, schrieb ein User, während unzählige andere verständlicherweise nicht viel mehr sagen konnten als „Wow. Er ist umwerfend“. Lucky feierte im September nicht nur sein Debüt bei der New York Fashion Week, sondern er war auch das Gesicht zahlreicher Werbekampagnen der derzeit angesagtesten Designer und Marken.

Es ist immer schwer, ein negaties Stigma zu brechen, aber Lucky zeigt uns allen, dass es nie zu spat ist, noch einmal neu anzufangen.

Das Model, das beweist, dass traditioneller Stil schön ist


Die Leute: „Was ist mit dem Punkt“, „was ist das an deiner Nase“, „vielleicht solltest du all diesen kulturellen Kram etwas runterfahren“.
Ich:

Die Schönheits-Branche ist normalerweise schwer geprägt davon, was der nächste, der angesagte oder der aufkommende Trend ist. Aber für die 22-Jährige Sruthi Jayadevan ist manchmal der schönste Look, auch kulturelle Traditionen aufrechtzuerhalten.

Jayadevan, die in Südindien aufwuchs und mit elf Jahren in die USA zog, nutzt die sozialen Medien nicht nur, um ihren traditionellen Stil aus Indien zu feiern – so wie ihr Bindi oder goldene Fußkettchen –, sondern auch, um anderen beizubringen, dass Schönheit sehr viele Facetten hat und diese gefeiert werden sollten. Als farbige Frau hat sie die sozialen Medien auch als Plattform genutzt, um Menschen verschiedenste Symbole der indischen Kultur näherzubringen – ein Versuch, andere über kulturelle Angemessenheit zu unterrichten. Trotz der Kritik und der Hasskommentare, die sie erhält, verbreiten Jayadevans bestärkende Posts Liebe, Licht und Positivität.

„Du bist so hübsch! Wie eine Prinzessin“, schrieb ein User. Ein anderer: „Ich werde nie die Menschen verstehen, die solch ignorante Dinge sagen… sei stolz darauf, wer du bist, denn du bist wunderschön!” Jetzt können Sie der hübschen Stylistin und dem angehenden Model auf Instagram folgen, wo sie bereits mehr als 43.000 Follower hat, die sie unterstützen.

Das Model, das ihre Kurven liebt

Alex LaRosa schrieb einen Instagram-Post mit einer wichtigen Botschaft. (Bild: Instagram/Lucaspicturesnyc)

Während wir hübsche Models wie Ashley Graham oder Precious Lee kennen, wie sie ihre Rundungen auf dem Laufsteg präsentieren, kann es sich nach wie vor ein wenig entmutigend anfühlen, eine kurvige Frau in den sozialen Medien zu sein. Deshalb war das Internet außer sich vor Freude, als Alex LaRose, ein Plus-Size Model und Community Organiser, ein Testfoto auf Instagram postete, auf dem sie ihren „Bauch“ präsentiert, um sich für ein positives Körperbild für alle Körperformen und -größen einzusetzen. Sie schrieb unter das Foto, sie „musste einfach dieses völlig unbearbeitete Foto von all dieser dicken Black Girl Magic posten!“. Aufgrund seiner positiven Botschaft, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen, ging das Foto umgehend viral.

Selbst heute noch funktioniert LaRosas Botschaft und neben den über 8.000 Likes alleine auf Instagram hat der Post auch zahlreiche Kommentare erhalten wie: „Danke, dass du diese Botschaft öffentlich verbreitest. Man muss keine Kleidergröße 32 haben, um schön zu sein“ und „Ich liebe dein Selbstbewusstsein und bin so froh, dass du Mädchen/jungen Frauen zeigst, dass sie ihre Körper lieben sollen.“ LaRosa hat der Modewelt gezeigt, dass alle Größen gleich gut sind!

Jame Jackson