Acht Männer wegen tödlicher Massenpanik in Turin im Juni festgenommen

Im Zusammenhang mit der Massenpanik bei der Übertragung des Champions-League-Finales in Turin im Juni 2017 sind acht Männer festgenommen worden. Wie italienische Medien am Freitag berichteten, werden sie verdächtigt, ein Reizgas versprüht zu haben, als mehr als 20.000 Menschen sich auf dem zentralen Platz San Carlo die Übertragung des Spiels von Juventus Turin gegen Real Madrid auf einer Großleinwand anschauten. In dem darauf folgenden Durcheinander wollten sie den Zuschauern offenbar Wertgegenstände abnehmen.

Als während der Freiluftveranstaltung kurz vor Ende des Spiels am Abend des 3. Juni Rufe ertönten, dass eine Bombe explodiert sei, brach Panik aus. Die Fußballfans versuchten zu fliehen, im Gedränge stürzten Menschen zu Boden und wurden niedergetrampelt. Mehr als 1500 Menschen wurden verletzt, eine 38-jährige Frau erlag ihren Verletzungen.

Ermittlungen richten sich auch gegen die Bürgermeisterin von Turin, Chiara Appendino, und mehrere Verantwortliche der Stadt. Der Politikerin der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und ihrem Team wird vorgeworfen, keine für derartige Großveranstaltungen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen zu haben. Unter anderem habe es keinen Notfallplan für eine Evakuierung gegeben.