Nach Accentro-Deal – Immo-Aktie Adler vor dem Abflug?

Thomas Bergmann
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Nach Accentro-Deal – Immo-Aktie Adler vor dem Abflug?

Adler Real Estate hat vor Kurzem seine Privatisierungstochter Accentro für 180 Millionen Euro an Vestigo Capital Advisors verkauft. Aus Sicht des AKTIONÄR ein strategisch sinnvoller Schritt. Die Analysten von Berenberg bestätigen dehalb ihre Kaufempfehlung für die Aktie.

Die Experten beurteilen diesen Schritt positiv, da sich der Immobilienkonzern einerseits auf sein Bestandsgeschäft konzentrieren kann, andererseits die Verschuldung weiter zurückgefahren wird. Der Kurs der Adler-Aktie notiert wahrscheinlich deshalb noch nicht auf Allzeithoch, weil die Verschuldungsquote (Loan-to-Value, LTV) mit rund 60 Prozent verhältnismäßig hoch ist. Branchenprimus Vonovia hatte zum Halbjahr einen LTV von 43 Prozent.

Besserer Vergleich

Ohnehin habe die Rating-Agentur Standard & Poor's das Geschäftsmodell von Accentro wegen der volatilen Ergebnisse skeptisch beäugt. Ein weiterer Vorteil: Durch die reifere Struktur sei Adler besser vergleichbar mit anderen Wohnimmobilienkonzernen. Dies sollte sich positiv auf den Aktienkurs auswirken, der immer noch unter dem für 2017 erwarteten Substanzwert pro Aktie (15,38 Euro) notiert. Das Kursziel von 16,20 Euro wurde von Berenberg bekräftigt.

Trotz der guten operativen Performance und des Verkaufs der Beteiligungen an Conwert und jetzt Accentro kommt Adler nicht in die Gänge. Irgendwann muss aber der Knoten platzen. Investierte Anleger geben der Aktie noch eine Chance.