Abtrünniges Katalonien jetzt zentral verwaltet

Der abgesetzte katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat im Streit mit der spanischen Zentralregierung zu demokratischem Widerstand ohne Gewalt aufgerufen.

Er selbst sieht sich noch im Amt, für die spanische Regierung ist er ab jetzt aber eine Privatperson.

Puigdemont habe keine Macht, keine Befugnisse und keine finanziellen Mittel, sagt ein Regierungssprecher: Wenn er also weiter in der Politik wirken wolle, was sein Recht sei, dann solle er sich auf die kommende Wahl vorbereiten. Die finde am 21. Dezember statt, und dort könne er dann diesen demokratischen Widerstand ausüben.

Katalonien wird jetzt von der Zentralregierung verwaltet. Mit der Veröffentlichung von deren Beschlüssen im Amtsblatt ist die dortige Regionalregierung abgesetzt und die Wahl anberaumt.

Diese Beschlüsse wurden vorgestern vom spanischen Senat gebilligt. Gleichzeitig verabschiedete das katalanische Regionalparlament eine Art Unabhängigkeitserklärung.

Um das zu feiern, gingen noch am Abend in Barcelona tausende Abspaltungsbefürworter auf die Straße.

Gestern dann gab es in der Hauptstadt Madrid eine Kundgebung von Abspaltungsgegnern, die für die Einheit Spaniens demonstrierten.