Absurde Ausgaben: AfD-Fraktion im Bundestag kämpft mit Kostenexplosion

Alexander Gauland beim AfD-Parteitag in Hannover (Bild: AP Photo)

Die Kosten für die Bundestagsfraktion der AfD sprengen derzeit scheinbar jedes Maß. Sogar Parteivorsitzender Alexander Gauland hält die Ausgaben für „völlig absurd“.

Als die Alternative für Deutschland am Wochenende ihren Parteitag in Hannover abhielt, wurden vor allem die parteiinternen Machtkämpfe offensichtlich. Doch neben den politischen Scharmützeln gibt es laut eines Medienberichts auch auf Verwaltungsebene der Partei starken Klärungsbedarf.

Wie die „Bild“ berichtet, werden die Ausgaben der Bundestagsfraktion innerparteilich moniert. Insbesondere der Posten „Catering während der Fraktionssitzung“ stelle ein „schwelendes Problem“ dar, kritisiert der Baden-Württembergische Abgeordnete Thomas Seitz in einem Antrag. Von Rechnungen in Höhe von mehreren 10.000 Euro ist die Rede, obwohl noch völlig unklar sei, ob die Kosten von der Fraktion getragen werden dürfen. Seitz, selbst Jurist, wirft Fraktionsführer Hans-Joachim Berg und Verwaltungsleiter Philip Runge Chaos und Unfähigkeit vor.

Doch das „Chaos in der Fraktionsverwaltung“ herrscht nicht nur auf kulinarischer Ebene. Nach Seitz’ Einschätzung ist bei der Anschaffung von Computern und Equipment versucht worden, „massiv zu betrügen“ – insgesamt handelt es sich um Kosten von etwa 250.000 Euro. Einerseits sei die vorgeschlagene Größenordnung „massiv überdimensioniert“, andererseits seien die veranschlagten Preise „circa 20 Prozent bis 30 Prozent gegenüber regulären Marktpreisen überteuert“, kritisiert Seitz. Außerdem haben bisher kaum Mitarbeiter der Fraktion einen Arbeitsvertrag: Personen über Wochen ohne Arbeitsvertrag arbeiten zu lassen, sei „kein hinnehmbarer Zustand“, so der Jurist.

Laut Informationen der „Bild“ halte auch der frischgebackene Parteivorsitzende Alexander Gauland die Kosten für „völlig absurd“. Abgeordneter Seitz spricht von „Verrat an den Interessen der Fraktion“. Nun müssen sich Fraktionsführer Berg und Verwaltungsleiter Runge den Vorwürfen stellen.