Gänsehaut-Empfang! Tausende Fans peitschen HSV an

Reinhard Franke
Tausende Fans haben den Hamburger SV vor dem Abstiegs-Endspiel empfangen

Rückenwind fürs Bundesliga-Finale:

Die Fans des Hamburger SV haben ihrer Mannschaft vor dem Schicksalsspiel gegen Borussia Mönchengladbach einen imposanten Empfang bereitet.

Mehrere Tausend Anhänger bildeten ein Spalier, als der Mannschaftsbus um 14.08 Uhr am Volksparkstadion ankam. "Niemals zweite Liga", sangen die Fans und feierten ihr Team mit Sprechchören und lauten Anfeuerungsrufen.

Am 34. Spieltag heißt es für gleich drei Klubs im Abstiegskampf Alles oder Nichts.

Der VfL Wolfsburg und der HSV können noch direkt absteigen, der SC Freiburg kann noch auf den Relegationsplatz abrutschen. 

Die Breisgauer haben die beste Ausgangslage. Schon ein Remis im Heimspiel gegen den FC Augsburg reicht, um die Klasse zu halten.

SPORT1 zeigt, was in den drei Städten rund um die drei Klubs los ist. 

Brennpunkt Hamburg (Platz 17, 28 Punkte)

Aufstellungen

Hamburger SV: 13 Pollersbeck - 24 Sakai, 9 Papadopoulos, 28 Gideon Jung, 6 Santos - 29 Steinmann - 8 Holtby, 14 Hunt - 17 Kostic, 43 Ito - 7 Wood. - Trainer: Titz

Borussia Mönchengladbach: 1 Sommer - 30 Elvedi, 28 Ginter, 4 Vestergaard, 17 Wendt - 6 Kramer, 8 Zakaria - 23 Hofmann, 10 Hazard - 18 Drmic, 11 Raffael. - Trainer: Hecking

Kurios: Der Dino hat die schlechteste Ausgangslage - und dennoch ist die Euphorie vor dem letzten Saisonspiel grenzenlos.


Schon beim Donnerstags-Training waren 2000 Fans gekommen, um der Mannschaft vor dem alles entscheidenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach Mut zuzusprechen und Zuversicht und den Glauben an die eigene Stärke einzuimpfen.

Sogar in den Rasen wurde die Raute reingemäht - okay, mit viel Phantasie kann man dort das HSV-Logo erkennen.


Zudem wurde verkündet, dass Trainer Christian Titz auch im Abstiegsfall bleiben wird. Aber nicht nur der Coach, auch die legendäre HSV-Uhr soll nicht ab-, sondern umgeschaltet werden, falls der Klub in die 2. Bundesliga absteigt.

Wie die Bild berichtet, würde die Uhr dann aber nicht mehr die Zeit der ununterbrochenen Bundesliga-Zugehörigkeit anzeigen, sondern die Zeitspanne seit der Klub-Gründung am 29. September 1887 - aktuell wären das 130 Jahre, sieben Monate und 13 Tage. 


Brennpunkt Wolfsburg (Platz 16, 30 Punkte)

Aufstellungen

VfL Wolfsburg: 1 Casteels - 3 Verhaegh, 31 Knoche, 25 Brooks, 2 William - 23 Guilavogui - 10 Malli, 27 Arnold - 8 Steffen, 21 Brekalo - 14 Origi. - Trainer: Labbadia

1. FC Köln: 1 Timo Horn - 7 Risse, 22 Mere, 3 Heintz, 23 Jannes Horn - 6 Höger - 8 Jojic, 41 Koziello, 14 Hector - 9 Terodde, 39 Pizarro. - Trainer: Ruthenbeck

Zum zweiten Mal in Folge winkt den Wölfen die Teilnahme an der Relegation. In der Autostadt ist daher von Euphorie nicht wirklich etwas zu spüren. Im Gegenteil.


Wölfe-Coach Bruno Labbadia glaubt an die Rettung. 

Schafft er tatsächlich die Rettung - ob nun direkt oder über die Relegation - kassiert er 800.000 Euro Prämie, schreibt die Bild. Auch den knapp 200 Angestellten der Fußball-GmbH winkt eine bescheidene Prämie.


Vorsichtsmaßnahmen gegen Ausschreitungen

Zusammen mit der Stadt Wolfsburg und der Polizei hat der VfL Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um eventuelle Ausschreitungen gar nicht erst möglich werden zu lassen.

Statt 30.000 dürfen am Samstag nur 28.800 Zuschauer ins Stadion. Es sollen so "Pufferzonen hin zum Gästesektor" geschaffen werden. Kurios: Das Stadion ist ungeachtet dessen nicht mal ausverkauft. Im Gegenatz zum HSV kann der VfL seine Fans also nicht mobilisieren - ein klarer Nachteil im Abstiegskampf. 

In der VW-Arena gibt es am Samstag ein Alkohol-Verbot. Zudem dürfen durch Bekleidung, Fan-Utensilien oder Verhalten erkennbare Fans der Kölner trotz gültiger Karten nicht in die Bereiche der VfL-Anhänger.


Brennpunkt Freiburg (Platz 15, 33 Punkte)

Freiburger Coolness: Im beschaulichen Breisgau merkt man nicht wirklich, dass der Sportclub im Abstiegskampf steckt. Es läuft alles so ab wie immer. Nach dem Geheimtraining am Freitag (10 Uhr) bekamen die Spieler frei.


Am Samstag ist ab 10 Uhr Anschwitzen mit einem Spaziergang. Spieler, die in Stadionnähe wohnen, dürfen sogar noch mal nach Hause, bis es um 12 Uhr ein gemeinsames Mittagessen gibt. (SERVICE: Bundesliga-Tabellenrechner)


Trainer Christian Streich ist hoch konzentriert. Er hielt am Freitag in der Pressekonferenz ein flammendes Plädoyer an die Zuschauer, "jeden gewonnenen Zweikampf frenetisch zu feiern". Streich: "Sie Leute sollen die Puppen tanzen lassen".

Die Freiburger können am Samstag einen Glücksbringer im Stadion begrüßen. "Sie haben es selbst in der Hand. Nur einen Punkt müssen sie holen, sind nicht abhängig von anderen Vereinen", sagte der frühere SC-Torwart Richard Golz (246 Einsätze für Freiburg) der Bild, und versicherte: "Mental sind sie bärenstark."

Der 49-Jährige, am Freitag mit der Traditionsmannschaft im Einsatz und Samstag live dabei, tippt: "2:0. Freiburg wird das Spiel aktiv in die Hand nehmen."