Abstand zwischen Spielhallen: Mehrzahl der 246 Kölner Betriebe wird schließen müssen

Ab dem 1. Dezember droht für Viele das Ende, die Stadt hat noch kein Konzept.

Am 1. Dezember tritt eine Regelung des 2012 beschlossenen Glücksspielstaatsvertrags in Kraft, die vielen Betreibern von Spielhallen das Geschäft erschweren wird. Die Regelung besagt, dass zwischen zwei Spielhallen ein Mindestabstand von 350 Meter Luftlinie liegen muss.

246 Spielhallen gebe es derzeit in Köln, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Wie viele davon schließen müssen, sei bis jetzt noch unklar: „Das von der Verwaltung in Arbeit befindliche Konzept hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise ist kurz vor der Fertigstellung“, heißt es von der Stadt.

Spielhallen konzentrieren sich auf bestimmte Orte

Da sich die Spielhallen häufig auf bestimmte Straßen oder Orte konzentrieren, wird wohl eine Mehrzahl von ihnen wegen der neuen Abstandsregelung schließen müssen. Zahlen aus anderen Städten lassen für zahlreiche Kölner Spielhallen-Betreiber wenig Hoffnung: 38 von 53 Spielhallen droht das Aus, berichtete der Bonner „General-Anzeiger“. In ganz Nordrhein-Westfalen wird die Schließung von rund 70 Prozent aller Spielhallen erwartet.

Ein eindrückliches Beispiel der Spielhallen-Konzentration ist (noch) in Porz-Urbach an der Kreuzung Frankfurter-/Wald-/Kaiserstraße zu beobachten. Zwei Spielhallen befinden sich hier direkt nebeneinander, drei weitere im direkten Umfeld. 350 Meter Abstand gibt es zwischen keinem der Betriebe. Folgt man der Logik des Glücksspielstaatsvertrags, werden also vier der fünf Spielhallen das Jahr nicht überstehen. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatten zahlreiche Leser in der Vergangenheit bemängelt, dass die Massierung der Spielhallen für eine Verödung ihres Veedels sorge.

Auswahl spätestens im November

Während es manche Anwohner also freuen dürfte, dass etliche Spielhallen bald von der Bildfläche verschwinden, wird die Stadt vermutlich auf willkommene Steuereinnahmen verzichten müssen. „Die Höhe der Einnahmen aus dem Betrieb von Geldspielgeräten beläuft sich derzeit im Durchschnitt auf 10,3 Millionen Euro je Kalenderjahr“, teilt die Stadt mit. Wie stark und ob die Einnahmen am Ende tatsächlich sinken würden, hänge zum einen davon ab, wie viele Spielhallen tatsächlich und wann geschlossen und wie die Spieler hierauf reagieren würden.

Den gesetzlichen Regelungen zufolge ist über die Schließung bis Ende November 2017 zu entscheiden, die Verwaltung will die Auswahl aber „schnellstmöglich“ treffen. Welche Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen werden, ist derzeit ebenfalls noch unklar. Mit Härtefallanträgen können die Betreiber betroffener Spielhallen dann gegen die Entscheidung vorgehen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta