Zur Abstammungsklärung müssen auch mutmaßliche Halbgeschwister Gentests abgeben

Sucht ein Kind nach seiner Abstammung und ist der vermeintliche Vater bereits verstorben, müssen dessen weiteren leiblichen Kinder eine Genprobe abgeben. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss. Zur Begründung hieß es, die Klärung der Abstammung sei gegenüber dem Interesse der leiblichen Kinder "übergeordnet, weil das Wissen um die eigene Herkunft von zentraler Bedeutung für die Entfaltung der eigenen Individualität sei". (Az. 4 UF 106/17)