Absolute Verjährung zieht den letzten Schlussstrich unter die Strafverfolgung

Das Strafrecht unterscheidet zwischen der gesetzlichen Verjährungsfrist und der sogenannten absoluten Verjährung der Strafverfolgung. Dabei gilt: Mit Ablauf der doppelten gesetzlichen Verjährungsfrist tritt die absolute Verjährung ein - spätestens dann kann eine Straftat nicht mehr geahndet werden.

Die Verjährungsregeln im Strafgesetzbuch (StGB) sind kompliziert. Die Dauer der gesetzliche Verjährungsfrist ist in Paragraf 78 Absatz 3 StGB geregelt. Dabei richtet sich die Verjährungsfrist nach der gesetzlichen Höchststrafe. Beispiel fahrlässige Tötung: Sie ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Hier beträgt die gesetzliche Verjährungsfrist also fünf Jahre.

Wird nach einer Straftat wie fahrlässiger Tötung ein Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter eingeleitet, führt dies zu einer Unterbrechung der gesetzlichen Verjährungsfrist - sie beginnt dann von neuem.

Dennoch ist im vorliegenden Fall zehn Jahre nach der Tat endgültig Schluss mit der Strafverfolgung: Denn laut Paragraf 78c Absatz 3 Satz 2 StGB ist die Verfolgung der Tat "spätestens verjährt, wenn (...) das Doppelte der gesetzlichen Verjährungsfrist (...) verstrichen" ist.