Englands Presse vernichtet Arsenal: "Absolute Schande"

Tim Brack
Teammanager Arsene Wenger (M.) und der FC Arsenal sehen sich scharfer Kritik ausgesetzt

Eine "Horrorvorstellung" sah der Mirror von Shkodran Mustafi. Und das Verhalten des deutschen Abwehrspielers war für die englische Presse ein Sinnbild für die desolate Leistung des FC Arsenal bei der 0:3-Pleite im Finale des Ligapokals gegen Manchester City.

Der Verteidiger hatte nach einem leichten Stoß von Sergio Agüero mit hochgerissenen Armen in Richtung Schiedsrichter geschimpft, anstatt den Zweikampf vor dem 0:1 anzunehmen.

"Rückgratlos", urteilte der Fernsehexperte und Ex-Profi Gary Neville später beim englischen Sender Sky Sports treffend, er bezog sich dabei aber nicht nur auf die Aktion von Mustafi. Dessen Zweikampfverhalten nannte er nur "armselig".

"Eine absolute Schande"

Der ehemalige Spieler von Manchester United fand noch mehr Schwachstellen in Arsenals desaströser Mannschaft. Im Mittelfeld sah er fehlenden läuferischen Einsatz bei Aaron Ramsey, Granit Xhaka und Mesut Özil.

"Ihr spaziert über den Fußballplatz in Wembley. Wieso spaziert ihr?", fragte Neville empört und schimpfte: "Ihr seid eine Schande, eine absolute Schande."


Eine weitere Kritik waren die drei Neville aber nicht wert. "Ich will gar nicht über sie reden, weil sie schändlich waren", so der TV-Experte. Es sei ein "schwarzer Tag" für Arsenal gewesen, "die Mannschaft war einfach nicht da".

Auch Winter-Zugang Pierre-Emerick Aubameyang, der sich seiner Schnelligkeit rühmt, wurde in den Medien kritisiert. "Er hat seinen großen Tag verpatzt", schrieb der Mirror. Der Stürmer sei vom nicht gerade als schnell geltenden Vincent Kompany "abgehängt" worden.

Wenger in der Kritik

TV-Experte Neville kritisierte aber nicht nur Einzelpersonen, sondern auch die Spielanlage von Arsenal. Ihren einst berüchtigten One-Touch-Fußball zeigt die Mannschaft von Arsene Wenger immer seltener. "Mir gefällt nicht einmal mehr ihr Fußball. Die letzte Bastion ist gefallen", unkte Neville.

"Liverpool spielt besser, Tottenham spielt besser – es gibt drei oder vier Mannschaften, die besseren Fußball spielen als sie gerade", sagte der 43-Jährige.

Die Kritik zielte explizit auf Teammanager Wenger aber, der noch einen Vertrag bis 2019 hat, aber längst eines der großen Streitthemen unter den Arsenal-Anhängern ist. Der Franzose ist seit 1996 Chef der Gunners. Doch viele Fans wünschen sich, dass er im Sommer zurücktritt. Ihnen fehlt eine Weiterentwicklung.


Ex-Spieler als Nachfolger?

Als möglichen Nachfolger brachte sich nach dem Final-Schock ein anderer Fernsehexperte ins Spiel. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Thierry Henry. Der Franzose ist neben seinem TV-Engagement noch als Assistenztrainer bei der belgischen Nationalmannschaft beschäftigt, zeigte sich aber nicht abgeneigt.

"Es wäre ein Traum für mich, aber ich bin noch bei Belgien", sagte Henry. "Ob ich Interessiert bin? Ja. Wer wäre das nicht?"

Diese Möglichkeit wollte der 40-Jährige aber nicht weiter ausführen. "Ich kann darüber nicht sprechen aus Respekt vor dem Mann, der noch die Verantwortung hat", sagte Henry über Wenger, der ihn einst zum FC Arsenal geholt hatte.

Vielleicht kann Henry aber schon bald mehr über seine Gedanken verraten, sollte Wenger im Sommer zurücktreten. Und ein paar Tipps, welche Tricks Weltklasse-Stürmer so benutzen, könnte Henry Mustafi auch zuflüstern.