Abschluss des Asean-Gipfels: Gäste USA und Russland mit konträren Positionen

Zum Abschluss des Gipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Kambodscha haben zwei Gäste des Treffens ihre konträren Positionen zum Ausdruck gebracht. US-Präsident Joe Biden verurteilte in seiner Rede den russischen Krieg gegen die Ukraine als brutal und unrechtmäßig. Als weitere Brennpunkte nannte er den Konflikt mit Nordkorea und dessen Atom- und Raketenprogramm, die Menschenrechtslage in China und den Taiwan-Konflikt.

Russlands Außenminister Sergei Lawrow warf den USA und der Nato vor, eine Vormachtstellung in der Asien-Pazifik-Region anzustreben. Ziel sei die Militarisierung der Region, "mit dem offensichtlichen Fokus darauf, China und die russischen Interessen in der Region einzugrenzen". Mit Blick auf die Ukraine betonte Lawrow, es werde keine gemeinsame Abschlusserklärung des Gipfels geben. Dies sei an Streitigkeiten um den Wortlaut zur Situation in der Ukraine gescheitert.

Indonesien übernimmt Asean-Vorsitz

Gastgeber Kambodscha übergab am Sonntag offiziell den Vorsitz über den Staatenbund an Indonesien, das im kommenden Jahr die Asean-Treffen ausrichtet. Das Inselreich ist der größte und einflussreichste Mitgliedstaat des Blocks, dem zehn Länder angehören.

Der indonesische Präsident Joko Widodo warnte, dass die Region mit Blick auf die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China zwischen die Fronten geraten könnte. Die Asean müsse eine friedliche Region und Anker für globale Stabilität sein, sagte Widodo. "Die Asean sollte nicht zulassen, dass die aktuelle geopolitische Dynamik zu einem neuen Kalten Krieg in unserer Region wird."

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Übergabe des Asean-Vorsitzes von Kambodscha (Ministerpräsident Hun Sen) an Indonesien (Präsident Joko Widodo). - Anupam Nath/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Gipfelreigen: Auf Asean folgen G20 und Apec

Das Asean-Treffen war der Auftakt einer Serie von drei Gipfeln: Am Dienstag beginnt auf Bali der zweitägige Gipfel der Gruppe der großen Wirtschaftsmächte (G20). Zum Abschluss des Gipfelreigens findet am Freitag und Samstag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok der Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) statt. In dem Forum arbeiten 21 Staaten rund um den Pazifik zusammen. Dazu gehören auch die USA und Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin reist zu keinem der drei Gipfel.