Abschied von Shinzo Abe: Bestattungszeremonie in Tokio

Japan hat ein letztes Mal Abschied vom getöteten Ex-Regierungschef Shinzo Abe genommen. Hunderte von Menschen fanden sich vor dem Tempel in Tokio ein, in dessen Innerem die Bestattungszeremonie im Kreise engster Angehöriger stattfand.

Trauernde winkten am Dienstag, machten Fotos mit ihren Smartphones, manche riefen "Abe san!", als eine Autokolonne mit dem Leichenwagen in Begleitung von Abes Witwe Akie langsam an der Menschenmenge vorbeifuhr. Nach der Bestattung im Tempel fuhr der Leichenwagen an wichtigen Stationen im langen politischen Leben Abes entlang, etwa am Parlament und dem Amtssitz des Premiers.

Von hier prägte Abe mit seiner nationalkonservativen Agenda Japan fast ein Jahrzehnt lang wie kein anderer.

Eine der Trauernden auf der Straße sagt: "Ich war nie direkt ein Fan seiner Politik, aber er war lange an der Macht, und er hat sich gut um unser Land gekümmert."

US-Außenminister Antony Blinken hatte nach der Tötung Abes seinen Reiseplan geändert, um auf der Rückreise aus Thailand einen Zwischenstopp in Tokio einzulegen. Blinken sagte: "Shinzo Abe hat in seiner Amtszeit mehr als jeder andere dafür getan, die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan zu neuer Stärke zu führen.“

In Paris trug sich Präsident Emmanuel Macron in das Trauerbuch in der japanischen Botschaft ein. Macron erklärte: "Es lag mir wirklich am Herzen, der Witwe, der Familie und dem japanischen Volk zu kondolieren. Auch will ich Japan der Freundschaft Frankreichs versichern."

Shinzo Aber war am Freitag bei einer Wahlkampfrede in der alten Kaiserstadt Nara von einem 41-jährigen Mann auf offener Straße niedergeschossen worden. Das Attentat löste in aller Welt Entsetzen aus. Sein Attentäter hatte nach der Verhaftung ausgesagt, er habe ihn nicht wegen Abes politischer Überzeugungen getötet, sondern aus Hass auf die umstrittene Vereinigungskirche des koreanischen Sektengründers San Myung Mun, zu der Abe Verbindungen gehabt habe. Mun, der anti-kommunistisch gesinnt war, hatte sie 1954 gegründet. Seine Mutter habe der Sekte hohe Summen gespendet, was die Familie ruiniert habe, gab der 41-Jährige als Motiv an.

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