Abos für Elektrogeräte – Start-up Grover sammelt 37 Millionen Euro ein


Besitz scheint für viele Konsumenten immer weniger von Belang zu sein: Autos werden geteilt, Musik wird gehört, ohne dafür eine CD besitzen zu müssen, und Filme und Serien werden nur noch digital abgerufen. Doch funktioniert das auch mit Smartphone oder Spielekonsole? Michael Cassau glaubt daran: Auf seiner Plattform können Kunden zum Festpreis Elektrogeräte mieten.

Mit seinem Abo-Modell überzeugt Grover nun auch namhafte Investoren: Wie das Unternehmen am Montag bekanntgab, hat es in der sogenannten A-Finanzierung 37 Millionen Euro Wagniskapital eingesammelt. Eine beachtliche Summe innerhalb der deutschen Start-up-Branche.

Gründer Cassau glaubt daran, mit Grover den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Auch manch ein Experte gibt ihm recht und spricht von der logischen Weiterentwicklung des Otto-Modells: Was früher die Finanzierung gewesen sei, ist heute das Abo.

Am Anfang war es allerdings gar nicht so einfach, davon auch Investoren zu überzeugen, erinnerte sich der studierte Volkswirt: „Die waren skeptisch – bis zu dem Tag, als das neueste iPhone herauskam und alle zehn Minuten eine Bestellung bei uns einging.“


Das war 2015, mittlerweile kooperiert Grover mit Händlern wie Mediamarkt, Saturn, Gravis oder Tchibo. Nun haben auch die Investoren verstanden: Zwölf Millionen erhält das Start-up von Eigenkapitalgebern, 25 Millionen sind Fremdkapital. Lead-Investor ist Circularity Capital, daneben gaben unter anderen die als Fintech-Investor bekannte Varengold Bank und Gerätehersteller Samsung Next Kapital.

Cassau will mit dem frischen Geld nicht nur „das starke Wachstum weiter beschleunigen und die Marktführerschaft in Deutschland und Europa ausbauen“, erzählt der Gründer dem Handelsblatt. Als weiteren Schritt will er auch das Mietgeschäft mit Unternehmen intensiv angehen – wie etwa das Programm „StartupsGetGrover“. Schließlich braucht jedes Start-up nicht nur Laptops, sondern auch mindestens eine Spielekonsole für den Wohlfühlfaktor.