Abkehr vom gelben Impfpass: Länderchefs wollen, dass verstärkt der digitale Corona-Impfnachweis gilt

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Eine Kundin übergibt ihren Impfpass und ein Covid-19 Impfzertifikat in einer Pankower Apotheke, um sich einen digitalen Impfnachweis ausstellen zu lassen. Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen zu dokumentieren.
Eine Kundin übergibt ihren Impfpass und ein Covid-19 Impfzertifikat in einer Pankower Apotheke, um sich einen digitalen Impfnachweis ausstellen zu lassen. Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen zu dokumentieren.

Die Gesundheitsminister der Bundesländer feilen wieder an einer gemeinsamen Corona-Politik. Diesmal steht auch eine stärkere Digitalisierung des Impf- und Genesenennachweises auf der Wunschliste an die Bundesregierung. In einer Beschlussvorlage der Gesundheitsministerkonferenz, die Business Insider exklusiv vorliegt, fordern die Länder vom Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), das Infektionsschutzgesetz zu ändern. Künftig sollen alle Ärzte und Impfzentren verpflichtet sein, nicht nur einen Stempel und Aufkleber in den gelben Impfpass zu machen, sondern zusätzlich noch ein digital überprüfbares Corona-Impfzertifikat mitzugeben.

Damit wäre die Abkehr vom gelben Impfpass eingeleitet, der inzwischen häufig gefälscht wird. Rein digital müssten sich dann bald diejenigen ausweisen, die von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Denn die Bundesländer wollen, dass sich Genesene ausschließlich mittels eines digital auslesbaren Genesenennachweises (QR-Code) bei Zutrittskontrollen zu Veranstaltungen und Restaurants ausweisen. Bisher reichte ein positives PCR-Testergebnis, das mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt. "Die PCR-Testergebnisse sind meist (...) PDF-Dokumente oder Ausdrucke der Labormitteilung und können leicht gefälscht werden", schreiben die Gesundheitsminister. Zwar könnten bei Einlasskontrollen die Testergebnisse mit den Laboren abgeglichen werden, das sei jedoch zeitaufwendig und umständlich.

Generell geht es den Landesministern bei beiden Ideen darum, Fälschungssicherheit zu gewährleisten und die Prüfer – in diesem Fall auch Apothekerinnen und Ärzte – von der Verantwortung zu entlasten. Wer kein Smartphone hat, müsste also künftig zwei ausgedruckte Zettel mit Impf-QR-Codes mit sich herumtragen.

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