Abgeordnete Sawtschenko wegen Terrorverdachts in der Ukraine in U-Haft

Ehemalige Kampfpilotin Sawtschenko

Das ukrainische Parlament hat der Abgeordneten und ehemaligen Kampfpilotin Nadja Sawtschenko am Donnerstag wegen mutmaßlicher Anschlagspläne die Immunität aberkannt. Der Generalstaatsanwalt Juri Luzenko sagte den Parlamentariern, die Oppositionspolitikerin habe einen "Terrorakt im großen Maßstab" im Zentrum der Hauptstadt Kiew geplant.

Zu diesem Zweck habe sie eine Vereinbarung mit prorussischen Anführern der beiden selbsternannten abtrünnigen Volksrepubliken in der Ostukraine getroffen. Demnach sollten für den geplanten Angriff Granatwerfer, Kleinwaffen, Scharfschützengewehre und Kampfgranaten geliefert werden. Im Zentrum von Kiew hätte es bei Umsetzung des Plans zur "Auslöschung" der ukrainischen Führung einschließlich des Staatschefs Petro Poroschenko ein "Meer von Blut und Chaos" gegeben.

Nach Luzenkos Ausführungen stimmten 268 Abgeordnete für die Aufhebung von Sawtschenkos Immunität, zehn stimmten dagegen. Die Abgeordneten votierten in zwei weiteren Abstimmungen für ihre Festnahme und Verbringung in Untersuchungshaft. Wenig später wurde sie ins Gefängnis gebracht, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Die von ukrainischen Nationalisten einst als Heldin gefeierte Frau ist seit einiger Zeit stark umstritten und sorgte immer wieder für Kontroversen. Sie machte die Regierung in Kiew für den Konflikt mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes verantwortlich und traf Anführer der Volksrepubliken Donezk und Luhansk, um über die Freilassung ukrainischer Gefangener zu verhandeln.

Die 36-jährige ehemalige Soldatin war 2014 in Russland festgenommen und zu 22 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in der umkämpften Ostukraine für den Tod von zwei russischen Journalisten mitverantwortlich gewesen sein soll. Im Mai 2016 kam sie nach mehreren Hungerstreiks im Austausch gegen zwei Russen frei und kehrte in die Ukraine zurück, wo sie eine politische Karriere startete.

Sawtschenko gehört der Partei der ehemaligen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko an. Vor einer Woche hatten die Abgeordneten dafür gestimmt, ihr die Mitgliedschaft im Verteidigungsausschuss zu entziehen. Während des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine, wo die Armee eine Anti-Terroroperation (ATO) gegen die Rebellen führt, wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 10.000 Menschen getötet.