Baudezernent verlässt Köln: Franz-Josef Höing wird Oberbaudirektor in Hamburg

Künftig will Höing unter anderem das Hamburger Hafenquartier gestalten.

Franz-Josef Höing, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen und Bauen der Stadt Köln, wird neuer Oberbaudirektor in Hamburg. Dort hat ihn eine Findungskommission einstimmig für die Stelle des höchsten städtischen Beamten der Hansestadt ausgewählt.

Der genaue Termin für den Wechsel steht noch nicht fest. Der Vertrag mit dem amtierenden Oberbaudirektor läuft noch bis Ende September. Man wird für eine Amtszeit von neun Jahren gewählt.

Zuständig für "Hafen-City"

Über den Wechsel des 51-jährigen Höings wird seit einiger Zeit spekuliert. Der Posten in Hamburg gilt als einer der anspruchsvollsten und reizvollsten im Bereich der Stadtplanung in Deutschland. Höing wird auch für das Mega-Projekt „Hafen-City“ zuständig sein.

In die Kritik geraten

In Köln ist der bundesweit anerkannte Stadtplaner, mit dem sich unter anderem die Neugestaltung der Domumgebung sowie die Planung neuer innenstadtnaher Wohnquartiere verbinden, zunehmend in die Kritik geraten. Das Chaos auf der Opernbaustelle, die schwachen Zahlen beim Wohnungsbau und das fehlende Tempo beim Schulbau werden auch ihm zugerechnet.

Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dorothee Stapelfeldt, lobte Höing als „einen ausgesprochen qualifizierten Planer, der über eine umfangreiche Expertise als freier Stadtplaner, in der Wissenschaft und in der planenden Verwaltung verfügt und zudem Hamburg sehr gut kennt.“

Schnelle Neubesetzung gefordert

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, dass Höings Wahl auch „eine Anerkennung für die hohe Qualität der Stadtentwicklungs- und Planungsarbeit“ in Köln sei. Sie bedauere den Weggang sehr und beglückwünsche Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz „zu diesem Gewinn für Hamburg“. Vertreter der Ratsparteien und die Industrie- und Handelskammer fordern eine schnelle Neubesetzung der Stelle in der Kölner Stadtspitze.

Reaktionen aus der Kölner Politik

Bernd Petelkau, Fraktionsvorsitzender CDU

"Wir bedauern den Weggang von Herrn Höing sehr, denn er hat sehr gute Impulse gesetzt, was neue Ideen und Perspektiven für die Stadt angeht. Ich kann die Entscheidung aber nachvollziehen: Herr Höing kommt ja aus Hamburg. Die Nachfolge seines  einstigen Lehrmeisters anzutreten, ist natürlich eine tolle Herausforderung."

Martin Börschel, Fraktionsvorsitzender SPD

„Herr Höing hat sich in den fünf Jahren seines Wirkens als ausgewiesener Stadtentwickler präsentiert, der Spuren in Köln Stadt hinterlassen wird. Besonders hervorzuheben sind sicherlich der Wettbewerb für die Neugestaltung des Deutzer Hafens, die Ideen für die Umsetzung der historischen Mitte oder die Umgestaltung der östlichen Domumgebung, die er gemeinsam mit dem früheren Oberbürgermeister Jürgen Roters vorangebracht hat."

Kirsten Jahn, Fraktionsvorsitzende Grüne:

"Sein Weggang ist ein Verlust: Herr Höing war ein kreativer Denker mit einer klaren Vorstellung von urbaner Stadtentwicklung. Mit seinen Projekten hat er  positive Aufmerksamkeit  auf Köln gelenkt, und zwar im nationalen wie internationalen Kontext.  Als Nachfolger brauchen wir jemanden mit dem Format eines Franz-Josef Höing."

Michael Weisenstein, Fraktionsgeschäftsführer Die Linken

"Herr Höing hat nicht die Prioritäten gesetzt, die Köln braucht. Als Nachfolger brauchen wir jemanden, der sich die Schaffung  bezahlbarer Wohnungen vornimmt und  dabei idealerweise auch schon  an anderer Stelle gepunktet hat."

Ralph Sterck, Vorsitzender FDP-Fraktion

"Ich finde es sehr schade, dass Herr Höing gerade jetzt geht. Er hat riesige Projekte angestoßen wie etwa den Deutzer Hafen oder die Parkstadt Süd und ich hätte mir sehr gewünscht, dass er bis zur Pensionierung in Köln geblieben wäre, um diese zu Ende zu bringen. Andererseits kann ich natürlich den Reiz der Aufgabe, die ihn in Hamburg erwartet, nachvollziehen. Im Vergleich zur Gestaltung der dortigen Hafen-City ist der Deutzer Hafen eine Liga drunter."...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta