„Abfertigung im Akkord“: So reagieren MOPO-Leser auf den großen Altenpflege-Report

Bericht über Missstände in Pflegeheimen sorgt für Entsetzen. Viele Zuschriften.

Mehrere Tage hat sich die MOPO mit den Missständen in vielen Hamburger Pflegeheimen beschäftigt. Die Resonanz der Leser ist riesig. Wir bekommen viele Zuschriften, mehr als zu anderen Themen. Die Menschen berichten von ihren Erfahrungen mit Heimen – die oft haarsträubend sind. Wir haben einige Leserbriefe zusammengetragen.

Eine Leserin, die sich bei uns gemeldet hat, ist Silvia Cihak. Ihr Lebenspartner erlitt einen Schlaganfall und Hirnblutungen und musste daraufhin ins Heim. Sie schreibt: „Montags war also nun sein 1. Tag! Ich blieb bei ihm bis er eingeschlafen war. Aber schon abends um 22.30 Uhr begann das Grauen. Laut einem Anruf vom Heim, war er aus dem Bett gefallen! Ich konnte das gar nicht glauben! Wie denn das? Er kann sich doch gar nicht bewegen? Ich war entsetzt. Ein Arzt wurde nicht hinzugezogen! Ich fuhr sofort am nächsten Morgen dort hin. Mein Mann lag völlig durchnässt, dreckig, eingekotet u. angeschnallt im Bett ! Er lag apathisch da und sah mich völlig starr an. Ein Anblick des Grauens. Ich beschwerte mich, aber ich glaube es war denen egal.

Aber auch am 2. Abend kam ein Anruf. Er wäre aus dem Rollstuhl gefallen! Ich dachte, das ist ein Aprilscherz? Das Heim hat sich sogar noch beschwert bei mir, weil er sich seine PEG-Magensonde rausgerissen hatte und nun das ganze Zimmer verdreckt sei. Das sei eine Riesensauerei gewesen und man habe damit jetzt so viel Arbeit… Ich dachte wirklich, das kann nicht wahr sein! Was erzählt sie da!? Mein Mann kann sich nur wenig bis gar nicht bewegen! Kann nicht sprechen, ist in keiner Weise irgendwie selbstständig und braucht den ganzen Tag Hilfe. Er kann auch keine Hilfe rufen!

Auf meine Frage, ob es ihm gut gehe, ob ein Arzt gerufen wurde, hat die Pflegerin nur gelacht: ,Wieso das denn?‘ Ich fuhr natürlich sofort am Morgen zu meinem Mann. Ein Bild des Jammers, ich erkannte ich kaum noch. Er weinte, weinte, weinte, der sonst so lustige Mensch... Wir weinten beide... Natürlich holte ich sofort eine Kraft. Mir teilte man mit, dass der Hausarzt den ganzen Monat im Urlaub sei und wenn ich einen Arzt wolle, dann würde ein Notarzt kommen und das würde einige Stunden dauern!

Am Mittwoch dann eine weitere furchtbare Entdeckung. Als ich zu meinem Mann kam, saß er im Rollstuhl, weinte. Da er wieder mal völlig dreckig war, wollte ich ihn umziehen. Dabei entdeckte ich, dass ein Knochen auf der Schulter deutlich zu sehen war, die ganze Seite völlig blau und grün war. Er hatte sichtlich große Schmerzen. Auf die Frage, was passiert sei, zuckte man mit der Schulter und meinte, das müsse gerade passiert sein! Ich verlangte einen Krankenwagen ! Nach zwei Stunden war immer noch keine Krankenwagen da. Ich fragte nach. Es wurde wohl vergessen! Die ganze Zeit über kam niemand, um nach uns zu sehen! Es interessierte niemanden. Nach über zwei Stunden kam ein Krankentransport, der die Umstände so schlimm fand, dass der Fahrer sehr ärgerlich seinen Unmut mitteilte.

Mir war klar: In dieses Heim kann er...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo