Abellio-Mitarbeiter werben für Rettung in letzter Minute

·Lesedauer: 1 Min.

ESSEN (dpa-AFX) - Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) über die Zukunft der angeschlagenen Regionalbahn Abellio in NRW haben Beschäftigte für eine Rettung in letzter Minute geworben. "Es geht um 1080 Arbeitsplätze. Wir hoffen, dass der VRR seine Entscheidung überdenkt und die Jobs erhalten bleiben", sagte Abellio-Betriebsrat Tom Zielonka.

Eine Notvergabe der Abellio-Linien an andere Zugunternehmen brächte erhebliche Umstellungsprobleme und damit Zugausfälle und Verspätungen, sagte Zielonka. Knapp 100 Abellio-Beschäftigte waren zum Sitzungsort in einem Essener Bürogebäude gekommen.

Der Vorstand von Nordrhein-Westfalens größtem Verkehrsbund VRR hatte empfohlen, die Zusammenarbeit mit Abellio zu beenden. Am frühen Nachmittag wollte der Verwaltungsrat des Unternehmens entscheiden, ob er dem Vorstand folgt. Abellio steckt tief in den roten Zahlen, was vor allem an höheren Personalkosten und deutlich gestiegenen Baustellen-Folgekosten liegt, etwa für Schienen-Ersatzverkehr und Verspätungsstrafen.

Falls das Aus für Abellio kommt, will der VRR die Linien zum 1. Februar an andere Bahnunternehmen vergeben. Dies geschieht über Notvergaben, die wesentlich teurer werden als bisher. Um die in den kommenden Jahren anfallenden Mehrkosten zu decken, stellt die Landesregierung 380 Millionen Euro bereit.

Circa jeder sechste Zugkilometer im Schienen-Personennahverkehr (SPNV) von NRW entfällt auf Abellio, das wichtige Linien wie den RE1 von Aachen nach Hamm, den RE 19 von Düsseldorf nach Kassel und die S2 von Dortmund nach Essen betreibt.

Das Abellio-Management hatte für den Fall des Auslaufens der Aufträge darauf hingewiesen, dass "Massenkündigungen und massenhafte Arbeitsniederlegungen in der nächsten Zeit" nicht auszuschließen seien.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.