Ab diesem Alter beginnen die meisten Menschen, ihren Job zu hassen

Arbeitnehmer fühlen sich ab einem gewissen Alter an ihrem Arbeitsplatz zunehmend unter Druck gesetzt. (Bild: ddp images/Juice Images)

Eine britische Studie untersuchte die Zufriedenheit von Arbeitnehmern mit ihrem Job – und kam zum Schluss, dass diese ab dem 35. Lebensjahr rapide abnimmt.

Wie „ The Independent“ berichtete, wurden in einer Studie der Personalentwicklungsfirma Robert Half UK rund 2.000 britische Arbeitnehmer befragt. Rund einer von sechs britischen Arbeitnehmern im Alter von über 35 Jahren gab an, unglücklich mit seinem Arbeitsplatz zu sein – doppelt so viele wie in der Altersklasse unter 35. Bei den über 55-Jährigen gab beinahe ein Drittel an, sich im Job nicht geschätzt zu fühlen, 16 Prozent wiederum gaben an, keine Freude an der Arbeit zu haben.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Denn auch wenn man im Laufe der Zeit mehr Erfahrung im Job sammeln und eventuell eine bessere Position mit besserer Bezahlung bekommen konnte, erkennen viele, dass ihnen Kinder wichtiger sind als die Karriere. Zudem spielt persönlicher Stress am Arbeitsplatz eine große Rolle. Jüngere Arbeiter sind möglicherweise noch begeisterungsfähiger und nicht so ausgebrannt wie Kollegen, die schon länger in der Arbeitswelt sind.

Besonders viele ältere Arbeitnehmer fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz nicht gebührend geschätzt. (ddp images/altrendo images/Juice)

„Es kommt eine Zeit, wenn man entweder noch keinen Erfolg erzielen konnte, die Arbeit einen ausgebrannt hat oder die Lebenserfahrung sagt, dass Familie wichtiger ist“, zitiert das Magazin Professor Cary Cooper, einen Arbeitsplatz-Forscher der Manchester Business School. „Man fragt sich: ‚Wofür mache ich das überhaupt?’“, so Cooper.

Eine Umfrage der City & Guilds Group zeigt zudem, dass ein Fünftel der britischen Arbeitnehmer glaubt, dass ihr Arbeitgeber nicht alle Altersgruppen gleichermaßen schätzt. Ein Drittel der Arbeiter fühle, dass sie von Jüngeren verdrängt werden.

Was also gegen den Arbeitsblues tun? Professor Cooper rät dazu, Freundschaften am Arbeitsplatz zu pflegen. Freundschaften seien für das Wohlbefinden essenziell – deswegen biete es sich an, sich mit Kollegen gelegentlich die Zeit für einen After-Work-Drink zu nehmen. Auch seinen Fokus auf ein persönliches Projekt im Job zu lenken und daran zu arbeiten, könne dabei helfen, den Geist wieder zu fokussieren, so Cooper.