Aareal Bank senkt Prognose wegen Umfeld, Kurs sackt 6,1% ab

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Aareal Bank AG senkt die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Grund hierfür sei, dass sich Erwartungen für den Markt und die Wirtschaft infolge der Coronakrise verschlechtert hätten.

Der Aktienkurs sackte im Vormittagshandel um bis zu 6,1 Prozent ab. Zuletzt notierte die Aktie bei 16,32 Euro 5,8 Prozent niedriger.

Das Betriebsergebnis wird nun im “mittleren zweistelligen Millionenbereich” gesehen, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Zuvor war sie von einem Ergebnis im “mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich” ausgegangen.

“Sollte der aktuelle Trend anhalten, könnte sich daraus weiterer Anpassungsbedarf für die Prognose ergeben”, erklärte die Bank. Diese sei im gegenwärtigen Umfeld mit erheblichen Unsicherheiten behaftet - vor allem mit Blick auf Dauer und Intensität der Krise, das Tempo der Erholung und nicht verlässlich vorhersehbare Kreditausfälle.

Für dieses Jahr erwartet die Bank jetzt in den meisten Regionen, in denen sie tätig ist, einen etwas ausgeprägteren Rückgang der Wirtschaftsleistung und eine um rund sechs Monate verzögerte Erholung.

Durch die Krise muss die Bank ohne einen Vorstandschef navigieren. Hermann J. Merkens hatte ihr am vergangenen Wochenende überraschend mitgeteilt, dass dass er “aus gesundheitlichen Gründen für die Dauer von voraussichtlich drei bis vier Monaten” seinen Job nicht wahrnehmen könne. Seine Aufgaben übernehmen nun vertretungsweise die anderen Vorstandsmitglieder.

Kurz zuvor hatte die Bank den Verkauf eines 30%-Anteils an ihrer IT-Tochter Aareon an den Finanzinvestor Advent International abgeschlossen. Der Kaufpreis lag bei rund 260 Millionen Euro in bar, wobei Aareal einen Veräußerungsgewinn von rund 180 Millionen Euro erzielte. Die Transaktion war nach Druck von Investoren zustandegekommen.

Für das dritte Quartal meldete die Aareal Bank ein Betriebsergebnis von 11 Millionen Euro, was rund 83% weniger ist als im Vorjahreszeitraum. Die Risikovorsorge stieg von 27 Millionen Euro auf 61 Millionen Euro.

Angesichts der schlechteren Aussichten hatte erst am Mittwoch die Deutsche Pfandbriefbank AG erklärt, sie stoppe die Neu-Finanzierung von Hotels und Shopping-Centern. Hier sind die Risiken angesichts abzeichnender Umsatzausfälle wegen Lockdown-Maßnahmen von Regierungen besonders hoch.

(Aktualisiert Kursentwicklung)

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