A20 wird rund eine Milliarde Euro teurer

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BERLIN/OLDENBURG (dpa-AFX) - Der Neubau der Autobahn 20 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird erheblich teurer als erwartet.

Andreas Scheuerim Januar in Berlin (Photo by Clemens Bilan - Pool/Getty Images)
Andreas Scheuerim Januar in Berlin (Photo by Clemens Bilan - Pool/Getty Images)

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die am Samstag zuerst die "Nordwest-Zeitung" (NWZ) aus Oldenburg berichtet hatte. Nach aktuellen Schätzungen wird von Mehrkosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro ausgegangen. Statt der bisher genehmigten knapp 4,2 Milliarden Euro werde nun mit knapp 5,2 Milliarden Euro gerechnet - ein Anstieg von rund 23 Prozent.

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Die A20, die aus Brandenburg über Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein einmal bis Niedersachsen führen soll, endet derzeit kurz vor Bad Segeberg. Auch beim Stand der weiteren Planungen gibt noch viele Hürden: Bei keinem der Abschnitte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es den Angaben zufolge vollziehbares Baurecht.

"Die Kosten explodieren"

"Die Kosten bei der A20 explodieren", konstatierte der Haushaltsexperte der Linken im Bundestag, Victor Perli. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) müsse "sein neuestes Milliardendesaster" stoppen. "Die Planung ist so verfahren, dass die Regierung nicht mehr abschätzen kann, wann der Bau beginnen und wie lange er dauern soll."

Auf die Frage nach dem Baubeginn verweise die Bundesregierung nur auf die Notwendigkeit von vollziehbarem Baurecht. Ein möglicher Zeitpunkt werde nicht genannt, ebenso wenig ein Termin für die Fertigstellung. Für den Ankauf von Flächen hat die Bundesregierung nach eigenen Angaben bisher 20 Millionen Euro ausgegeben, Enteignungen gab es bisher nicht.

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Der Neubau der A20 sei "völlig aus der Zeit gefallen", meinte Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali. "Verkehrsminister Scheuer sollte lieber dafür sorgen, dass marode Straßen und Brücken schnell wieder in Stand gesetzt werden, anstatt das sinnlose Prestigeprojekt A20 weiter zu verfolgen."

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