96-Präsident Kind kritisiert 50+1-Entscheidung der DFL: "War überrascht über das Niveau"

Der Boss der Niedersachsen kritisiert den Ablauf der DFL-Versammlung vor wenigen Wochen.

Martin Kind, Präsident von Hannover 96, hat die Entscheidung der DFL-Versammlung in Bezug auf die 50+1-Regelung kritisiert. Die Vereine der ersten und zweiten Liga hatten Ende März in einer Abstimmung entschieden, die 50+1-Regel beizubehalten – Kind missfiel vor allem die Art und Weise der Diskussion.

"Zu der Versammlung nur so viel: Ich war überrascht über das Niveau und auch darüber, wie sich die Dinge abweichend von der Tagesordnung entwickelt haben", erklärte Kind gegenüber dem Sportbuzzer. Ähnliche Kritik war nach der Entscheidung von Bayerns Münchens Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge gekommen.

Martin Kind kritisiert Fanproteste bei Hannover 96

"Das Präsidium hat etwas auf die Tagesordnung gesetzt, aber nicht dafür gekämpft", führte Kind aus. So habe DFL-Präsident Reinhard Rauball eine ergebnisoffene Diskussion über 50+1 eröffnet, "dann steht Herr Watzke, sein untergeordneter Mitarbeiter in Dortmund, auf und sagt, ich bin dagegen."

Die Diskussion um 50+1 war auch deshalb so aktuell, weil Kind sich zuvor darum bemüht hatte, die Mehrheit der Anteile von Hannover 96 zu übernehmen. Daraufhin war er von Teilen der Fanszene scharf angegriffen worden, zudem gab es einen Stimmungsboykott im Stadion.

Über diese Fanproteste sagte Kind: "Wenn sie sagen: Wir lieben 96 und diese Mannschaft, dann erwarte ich, dass sie diese Mannschaft auch unterstützen, dann wäre es echte Liebe. Diese echte Liebe wird für Machtspiele missbraucht." Er sei zu Diskussionen mit den Fans bereit.