96 droht Blocksperre - Kind will "Chaoten ausgrenzen"

Reinhard Franke
Martin Kind ist mit kurzer Unterbrechung seit 1997 Präsident von Hannover 96

Nach der Fan-Randale beim Testspiel in Burnley droht Hannover 96 ein Teilausschluss seiner Zuschauer in einem Bundesligaspiel. 

Die Begegnung musste am Sonntag aufgrund der Ausschreitungen zur Halbzeit abgebrochen werden, eine Ordnerin wurde leicht verletzt.

Nun ermittelt der DFB.

"Wir haben aus England Berichte dazu angefordert, sowohl vom Verein als auch vom Schiedsrichter", sagte ein Sprecher zu SPORT1.

"Wenn die eingetroffen sind, werden sie ausgewertet und dann wird über den weiteren Fortgang entscheiden. Die Sportgerichtsbarkeit wird sich der Sache annehmen."

Kind geschockt: "Chaoten ausgrenzen"

Vereinsboss Martin Kind zeigte sich "geschockt" über die Vorfälle und will Konsequenzen ziehen. "Gewaltbereitschaft wird von Hannover 96 zu 100 Prozent abgelehnt. Da kann man auch gar nicht darüber diskutieren", sagte er SPORT1.

Die Hannoveraner Fans seien in der Vergangenheit "nicht auffällig, aber auch nicht unauffällig gewesen. Wir hatten mit Pyrotechnik und Gewalt schon immer Probleme".

Der Vorfall in Burnley hat das Fass für Kind nun zum Überlaufen gebracht: "Wir - der Klub, DFB und DFL - sind alle gefordert und müssen konsequent Modelle entwickeln, dann auch konsequent entscheiden und diese umsetzen. Man muss diese Chaoten ausgrenzen und kann sie damit hoffentlich auch stoppen."

Die Niedersachsen kündigten an, Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten.


Hannover droht Blocksperre

Hannover war bereits im Juli zu 75.000 Euro Geldstrafe und einem Zuschauerausschluss auf Bewährung verurteilt worden.

Im Wiederholungsfall müssten die Blöcke N15 bis N17 im Oberrang der Nordkurve in einem Bundesligaspiel leer bleiben.

Dass sich der neue Vorfall nun nicht auf DFB-Hoheitsgebiet ereignet hat, spielt dabei offenkundig keine strafmildernde Rolle.