900.000 Euro bei Spitzenreiter Volkswagen: Das sind die Vergütungen der Vorsitzenden in den Dax-Aufsichtsräten

Robin Wille
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Hans Dieter Pötsch, VW-Aufsichtsratsvorsitzender
Hans Dieter Pötsch, VW-Aufsichtsratsvorsitzender

Die Vergütungen für die Aufsichtsratsvorsitzenden der Dax-Unternehmen in Deutschland sind im Jahr 2020 zum ersten Mal seit 2015 wieder rückläufig gewesen. Demnach sind die durchschnittlichen Bezüge der Kontrolleure des Vorstands im vergangenen Geschäftsjahr um 4,3 Prozent auf 416.000 Euro gesunken. Das zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens "hkp group", die sich auf durch die Unternehmen veröffentlichte Informationen stützt.

900.000 Euro bei Volkswagen

Spitzenreiter im Jahr 2020 war der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen, Hans Dieter Pötsch. Laut der Studie betrug seine Gesamtvergütung 900.000 Euro. Gefolgt wird Spitzenverdiener Pötsch von seinen Kollegen Paul Achleitner (Deutsche Bank, 802.083 Euro), Wolfgang Reitzle (Linde, 678.929 Euro), Jim Hagemann Snabe (Siemens, 632.000 Euro) und Norbert Reithofer (BMW, 610.000 Euro). Auf Rang sechs folgt die einzige Aufsichtsratsvorsitzende der Dax-Unternehmen, Simone Bagel-Trah (Henkel), mit 583.000 Euro.

Im Mittelfeld finden sich Unternehmen und Aufsichtsratsvorsitzende wie Michael Diekmann (Allianz, 486.000 Euro), Hasso Plattner (SAP, 341.000 Euro), Ulrich Lehner (Deutsche Telekom, 336.000 Euro) oder Werner Brandt (RWE, 300.000 Euro).

Schlusslicht: Dax-Absteiger Beiersdorf

Am unteren Ende des Rankings finden sich die Aufsichtsratsvorsitzenden von Delivery Hero (Martin Enderle, 214.000 Euro) und Infineon (Wolfgang Eder, 210.000). Schlusslicht ist der mittlerweile in den M-Dax abgestiegene Konsumgüterkonzern Beiersdorf, dessen Aufsichtsratsvorsitzender, Reinhard Pöllath, im vergangenen Jahr mit rund 202.000 Euro vergütet wurde.

Die Spreizung zwischen Spitzenreiter Volkswagen und Schlusslicht Beiersdorf ist groß. So betrug die Vergütung von VW-Mann Pötsch das Viereinhalbfache im Vergleich zu Beiersdorf. „Wir sehen nach wie vor einen sehr deutlichen Unterschied zwischen den Vergütungsniveaus von Vorständen und Aufsichtsräten. Diese werden sich angesichts der unterschiedlichen Vergütungssysteme mit einerseits fast reinen Fixvergütungen und andererseits ergebnisorientierten variablen Langfristvergütungen weiter zementieren", sagte Regine Siepmann, Partnerin und Leiterin des Beratungsbereichs Board Services.

Freiwillige Verzichte wegen Corona

Den insgesamt leichten Vergütungsrückgang im Vergleich zum Vorjahr führt die "hkp group" auf freiwillige Verzichte der Aufsichtsratsvorsitzenden zurück. Demnach hätten die Aufsichtsratsvorsitzenden aus acht Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise auf einen Teil ihrer Bezüge verzichtet.

Gestiegen ist laut der Studie hingegen der Aufwand für die Aufsichtsratstätigkeit, was auf die Pandemie zurückzuführen sei. So stieg die durchschnittliche Anzahl der Aufsichtsratssitzungen von sieben Sitzungen in 2019 auf durchschnittlich neun Sitzungen in 2020.