9 Millionen Angolaner wählen neuen Präsidenten

In Angola sind rund neun Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Gleichzeitig wird auch ein neuer Präsident bestimmt. Der 74 Jahre alte Jose Eduardo dos Santos führte seit 1979 das Land im Südwesten Afrikas an und tritt nun von der politischen Bühne ab.

Auf ihn folgen könnte sein MPLA-Parteikollege João Lourenço, bisheriger Verteidigungsminister Angolas. Ihm werden dank der Stärke der MPLA die größten Chancen eingeräumt.

Die Oppositionspartei Unita wird laut Umfragen deutlich schlechter abschneiden. Ihr Kandidat Isaías Samakuva beklagte, der Wahlprozess sei nicht transparent genug.

Abel Chivukuvuku tritt als Kandidat der drittgrößten Partei im Parlament CASA-CE an. Obwohl die MPLA wahrscheinlich stärkste Partei bleiben wird und damit den Präsidenten stellt, hoffen viele Angolaner nach fast 38 Jahren repressiver dos-Santos-Herrschaft auf einen politischen Wandel.

“Der neue Präsident sollte zuallererst dafür sorgen, die Krise zu beenden, indem er für eine vielfältigere Wirtschaft sorgt. Unser Land ist vom Öl abhängig und komplett auf die damit verbundenen Einnahmen angewiesen. Wir alle wissen, dass der sinkende Ölpreis für die Krise verantwortlich ist”, sagt ein Mann.

Angola ist Afrikas zweitgrößter Ölproduzent. Trotzdem lebt mehr ein Drittel der Menschen in Armut. Der Regierungsstil von Langzeitherrscher Eduardo dos Santos war von Korruption und Unterdrückung geprägt.

Auf den neuen Staatschef warten viele Aufgaben, erklärt Euronews-Korrespondent Serge Koffi: “Der nächste angolanische Präsident wird sich mit vielen sozialen Fragen beschäftigen müssen. Arbeitslosigkeit, das Gesundheitswesen, die Lebenshaltungskosten und Bildung für alle sind Themen, die den Menschen hier wichtig sind.”