Die 82-jährige Passagierin auf Jeff Bezos erstem Weltraumflug wird auch mit Richard Branson ins All fliegen

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Fliegt bald mit Jeff Bezos ins All: Die 82-jährige Wally Funk.
Fliegt bald mit Jeff Bezos ins All: Die 82-jährige Wally Funk.

Wenn Wally Funk nächste Woche an Bord der New-Shepard-Rakete von Blue Origin abhebt, wird sie zum ersten Mal ins All fliegen – aber es wird wohl nicht ihr letzter Flug sein. Funk ist eine 82-jährige Pilotin, die von Amazon-Gründer Jeff Bezos eingeladen wurde, der vierte Passagier auf seinem Raumflug am 20. Juli zu sein. Doch vor über einem Jahrzehnt zahlte Funk laut der britischen Zeitung „The Guardian“ 200.000 Dollar für einen zukünftigen Flug mit dem suborbitalen Flugzeug von Virgin Galactic – und es scheint, dass sie nicht die Absicht hat, ihren Platz abzugeben.

„Ja, zu diesem Zeitpunkt plant Wally, auch mit Virgin Galactic zu fliegen“, sagte Funk's Agentin, Loretta Hall, in einer E-Mail an die US-Ausgabe von Business Insider. Virgin Galactic erklärt, dass das Unternehmen „die Identitäten der zukünftigen Astronauten“ nicht kommentiere. Blue Origin reagierte nicht auf die Bitte um einen Kommentar zu Funks Plänen.

„Niemand hat länger gewartet“

Anfang dieses Monats kündigte Bezos an, dass Funk ihn, seinen jüngeren Bruder Mark und einen dritten Passagier auf ihrer elfminütigen Reise ins All begleiten würde. (Der andere Passagier, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde, gewann den Sitz in einer Auktion und zahlte 28 Millionen US-Dollar, etwa 23,7 Millionen Euro). „Niemand hat länger gewartet“, schrieb Bezos in einem Instagram-Post. „Es ist so weit. Willkommen in der Crew, Wally.“

1961 nahm Funk an einer Weltraummission für Frauen teil, die den Namen „Mercury 13“ trug. Sie unterzog sich einer ganzen Reihe von Tests und Trainings, die sie mit Bravour meisterte – der „Texas Monthly“ erzählte sie, dass die Forscher ihr sagten, sie habe besser abgeschnitten als jeder andere Astronaut des Programms.

Doch das Programm wurde schließlich abgebrochen und Funk schaffte es nie ins All. 1962 sagten zwei der Frauen aus dem Programm vor einem Gremium des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten aus, dass ihnen die Chance verwehrt wurde, nur weil sie Frauen waren. Funk schlug später eine lange Karriere in der Luftfahrt ein. Sie ist die erste Frau, die Sicherheitsinspektorin bei der US-Luftfahrbehörde, der Federal Aviation Administration (FAA), wurde, und arbeitete mit der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde zusammen, so „Texas Monthly“. In einem Video, das auf Bezos' Instagram-Account gepostet wurde, sagt Funk, sie habe über 3.000 Menschen das Fliegen beigebracht.

Blue Origin vs. Virgin Galactic

Das Raumschiff New Shepard von Blue Origin, das am Montag von der FAA zum Start freigegeben wurde, soll am 20. Juli um 9 Uhr Eastern Time abheben, was 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit entspricht. Der Flug wird Bezos 100 Kilometer über die Erde an den Rand des Weltraums bringen. Im Inneren des Raumschiffs werden Bezos und seine Mitreisenden drei Minuten Zeit haben, herumzuschweben und die Erde aus der Ferne zu betrachten oder in die Tiefen des Weltraums zu blicken.

Während die Mission von Blue Origin ein wichtiger Meilenstein sein wird – es ist das erste Mal, dass das Unternehmen menschliche Passagiere in den Weltraum schickt – wurde es inzwischen von Virgin Galactic und seinem milliardenschweren Gründer Richard Branson leicht in den Schatten gestellt. Am Sonntag flogen Branson und drei Besatzungsmitglieder an Bord des Virgin-Raumflugzeugs etwa 88 Kilometer über der Erde, schwebten etwa fünf Minuten lang in der Schwerelosigkeit und kehrten dann sicher zur Erde zurück.

Bransons Flug, der dem von Bezos um neun Tage vorausging – was Branson als „unglaublichen, wunderbaren Zufall“ bezeichnete – schien Blue Origin zu ärgern. Das Unternehmen gab bekannt, der Flug würde nicht hoch genug gehen, um wirklich zu zählen. Dennoch plant Virgin, im nächsten Jahr suborbitale Flüge für Weltraumtouristen anzubieten, und hat bereits 600 Tickets an hoffnungsvolle Weltraumtouristen verkauft, darunter SpaceX- und Tesla-CEO Elon Musk – und natürlich Wally Funk.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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