8. März 2018: Das müssen Sie über den Internationalen Frauentag wissen

„Alle Macht den Frauen“: Im vergangenen Jahr zogen Frauen mit Bannern durch Berlin. (Bild: ddp Images)

Gleichberechtigung, Wahlrecht für Frauen und Emanzipation von Arbeiterinnen – das alles gilt heutzutage als selbstverständlich. Doch die Gleichstellung von Männern und Frauen ist noch lange nicht in allen Ländern und Bereichen angekommen. In Zeiten der in den USA entstandenen #MeToo-Debatte und #Time’s-Up-Bewegung, die sich mit dem Kampf gegen sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen befassen, gewinnt der Weltfrauentag zusätzlich an Bedeutung.

Am 8. März demonstrieren traditionell Frauen weltweit dafür, ihre Rechte durchzusetzen – und dies seit mehr als 100 Jahren. Entstanden aus der Arbeiterbewegung, um die Einführung des Frauenwahlrechts voranzutreiben, ist der Internationale Frauentag auch eng mit sozialistischen Ideen verknüpft.

Wie alles begann

Die Idee der Einführung des Weltfrauentages kam aus den USA, wo Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) bereits 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet hatten. Jene Vereinigung beschloss dann auch, einen zunächst nationalen Kampftag für das Frauenwahlrecht zu initiieren. Nachdem dieser erstmals am 28. Februar 1909 zelebriert wurde, forderten Sozialistinnen weltweit, diese Form des Protests jährlich zu wiederholen. Die US-Amerikanerin May Wood Simmons brachte die Idee schließlich nach Kopenhagen, wo die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 die Einführung eines internationalen Frauentages vorschlug.

In Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz wurde der erste Frauentag am 19. März 1911 begangen. Nachdem Frauen am 8. März 1917 in einem armen Stadtviertel in Petrograd (heute Sankt Petersburg) durch ihren Aufstand die Februarrevolution in Russland ausgelöst hatten, wurde der Internationale Frauentag ab 1921 zu Ehren jener Arbeiterinnen, Ehefrauen und Bäuerinnen auf den bis heute gültigen Tag gelegt.

Seitdem 1975 die Vereinten Nationen im sogenannten Internationalen Jahr der Frau am 8. März erstmals eine große Feier ausrichteten, folgten Jahr für Jahr weltweit große Veranstaltungen und Aktionen. Dabei geht es um die Schwerpunkte Gewalt gegen Frauen, die Herstellung von Chancengleichheit und gleicher Bezahlung bei gleichwertiger Arbeit, sowie die Rolle der Frauen in politischen Entscheidungsprozessen.

Frauen demonstrierten am vergangenen Internationalen Frauentag in Paraguay gegen Gewalt gegen Frauen. (Bild: AP Photo)

Lila – die Farbe steht für Gleichheit, Gerechtigkeit und Würde

1908 trugen die Teilnehmerinnen der „Women’s Social and Political Union“ (WSPU) in Großbritannien erstmals lilafarbene Kleidung oder Accessoires am Internationalen Frauentag. Seither tragen Teilnehmerinnen von Kundgebungen, Protestmärschen und anderen Veranstaltungen am Internationalen Frauentag traditionell Lila.

2018 – #PressForProgress

In diesem Jahr lautete das Thema des Internationalen Frauentages #PressForProgress, was soviel heißt wie „Druck machen für den Fortschritt“. Unter dem Motto soll zu progressiven Aktionen aufgefordert werden, die sich mit der Geschlechterparität, also der Gleichstellung der Geschlechter, weltweit beschäftigen

In vielen Ländern ist der Frauentag ein gesetzlicher Feiertag. So müssen Frauen unter anderem in Russland und China an diesem Tag nicht zur Arbeit erscheinen. In Deutschland ist der 8. März dagegen noch kein Feiertag.

Wer wissen möchte, welche Veranstaltung an diesem Tag in Deutschland oder in der unmittelbaren Umgebung stattfinden, kann sich auf der Website „internationalwomensday.com“ darüber informieren.