Der 7. März veränderte Havertz' Karriere

Martin van de Flierdt, Sportinformationsdienst

Am 7. März hatten Peter Bosz und sein Trainerteam eine folgenreiche Idee. Leverkusens die Saison über gesetzte Sturmführer Kevin Volland war seit zwei Partien mit einer Syndesmosebandverletzung außer Gefecht. Sein Ersatzmann Lucas Alario hatte beim 2:0 gegen Augsburg und dem folgenden 1:1 in Leipzig keine Bäume ausgerissen.  

Da kam den niederländischen Bayer-Coaches die Idee, Kai Havertz in vorderster Linie auszuprobieren, als falsche Neun. Das Ergebnis beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt begeisterte Bosz. Havertz lieferte damals einen Treffer und einen Assist. Ließ er sich fallen, startete Paulinho in die Spitze durch. Dem Brasilianer auf der Zehn gelang sein erster Doppelpack. Mit enger eingerückten Außenangreifern machte Bayer den Hessen zudem das Leben schwer.


Bremen tappte nun in die gleiche Havertz-Falle, diesmal nur mit Nadiem Amiri anstatt Paulinho auf der Zehn und Youngster Florian Wirtz neu auf außen.

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Doch Bosz hatte nach der nächsten Gala seines Shootingstars keine Lust in die Lobeshymnen mit einzustimmen. Natürlich sei Havertz ein "besonderer Spieler", sagte er nach dem Kopfball-Doppelpack des Kapitäns und Nationalspielers, "aber er kann es viel besser".

Europas Topklubs hatten den spielerisch reifen und vor dem Tor überaus abgezockten Auftritt von Havertz bewundern dürfen, doch Bosz hielt sich nach dem souveränen 4:1 (2:1)-Erfolg bei Werder Bremen zurück. "Ich kenne ihn jetzt schon lange, da weiß ich, dass er es viel besser kann. Das hat etwas mit Rhythmus zu tun", sagte Bosz. Für ihn sind die Glanzauftritte von Havertz längst Normalität.

Wirtz holt sich Havertz-Rekord

Bleibenden Eindruck hinterließ bei Bosz vielmehr die Bundesliga-Premiere von Wirtz. Der Youngster, der in der gespenstischen Atmosphäre des leeren Weserstadions mit 17 Jahren und 15 Tagen als drittjüngster Profi überhaupt in der Bundesliga debütiert hatte, überzeugte auf Anhieb und schnappte sich ganz nebenbei den Rekord-Status als jüngster Bayer-Debütant - und löste damit Havertz ab. 

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Das war dem Leverkusener Anführer freilich herzlich egal. Mit seinen Rückrunden-Toren Nummer sieben und acht hievte Havertz seinen Klub wieder bis auf einen Punkt an die Champions-League-Plätze heran - und schraubte seinen Marktwert weiter in die Höhe.

Havertz: Sieg in Gladbach ist der Anspruch

"Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Saison und auch nach der Pause sehr gut drauf sind", sagte Havertz bei DAZN. Nun könne man "auch den Anspruch stellen, dass wir in Mönchengladbach drei Punkte holen werden".


Trainer Bosz hielt sich mit solchen Kampfansagen zurück, auch das sechste ungeschlagene Liga-Spiel (fünf Siege) konnte ihn nicht aus der Reserve locken. Ob es etwas zu bemängeln gebe, wurde der Coach auf der virtuellen Pressekonferenz gefragt? "Ja, absolut", entgegnete Bosz und kritisierte vor allem mangelnde Bewegung: "Aber nach zwei Monaten ohne ein Spiel ist es nicht einfach, man muss zufrieden sein."

Auch wenn es Doppel-Torschütze Havertz "noch viel besser kann".