7 Gründe, warum Ungarns Demokratie verloren ist – und einer, der Hoffnung macht

Sebastian Christ

Vor der Parlamentswahl in Ungarn gab es die Hoffnung, dass die Opposition doch noch für eine Überraschung sorgen könnte: Es gab sogar ein Tutorial in Form eines Star-Wars-Films, wie man die „dunkle Seite der Macht“ (repräsentiert durch Ministerpräsident Viktor Orban) doch noch besiegen könnte.

Es blieb bei der enttäuschten Hoffnung. Orbans Partei Fidesz hat fast 50 Prozent der Stimmen bekommen. Weil das ungarische Parlament mehrheitlich durch Direktkandidaten besetzt wird, kommt Fidesz auf mindestens 133 Sitzen. Das könnte erneut für eine Zwei-Drittel-Mehrheit reichen

Größte Oppositionsktraft ist mit 19 Prozent Jobbik – eine Partei, die vorgibt, nicht mehr faschistisch zu sein. Aber daran gibt es Zweifel.

Rechtsradikale und Rechtsextreme haben also gut 70 Prozent der Stimmen bekommen. Da liegt der Schluss nah, dass Ungarn für die Demokratie verloren ist.

Tatsächlich gibt es sieben gute Gründe, die für diese Einschätzung sprechen - aber auch einen guten, der dagegen spricht. 

1. Orban radikalisiert sich zusehends

Man muss sich das immer wieder vor Augen führen: Viktor Orban war einst der Hoffnungsträger des liberalen Europas. Im Juni 1989 war er als 26-jähriger Nachwuchsjurist einer der ersten Ungarn, die das kommunistische Regime infrage stellten.

► Noch Anfang der 1990er-Jahre stand Fidesz eher links der Mitte. Orban...

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