Bambi-Gala mit Tränen, Liebe und Schiffer

Claudia Schiffer verlieh der Bambi-Gala Glanz und Glamour. Foto: Britta Pedersen

Es geht um Umweltschutz, Courage - aber auch um Liebe. Viele Auftritte beim Bambi 2017 bleiben diesmal ungewöhnlich ernst - selbst die von Stars, die man sonst vor allem in unterhaltenden Rollen kennt.

Berlin (dpa) - Claudia Schiffers Auftritte sind inzwischen selten. Das merkt man bei der Bambi-Gala. Schon vor ihrer Ankunft ist sie diesmal am - schwarzen - Glitzerteppich Gesprächsthema Nummer eins.

Sie sei etwas aufgeregt, schließlich müsse sie ja auf die Bühne und eine Rede halten, sagt Schiffer, die sich äußerlich kaum verändert hat. Besonders höflich, fast scheu wirkt sie. «Mama, du bist so deutsch, sogar deine Witze sind ernst», habe ihre Tochter, die Halb-Engländerin ist, vergangene Woche gesagt. Da wurde ihr klar, dass sie gar nicht erst versuchen sollte, lustig zu sein. Schon vor mehr als 20 Jahren bekam sie einen Shootingstar-Bambi, nun wird sie für ihre inzwischen 30-jährige Karriere mit dem Fashion-Bambi geehrt.

Ungewöhnlich ernst ist auch die Gala an diesem Abend im Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Als Diane Kruger gemeinsam mit Regisseur Fatih Akin den Sonderpreis der Jury für das NSU-Drama «Aus dem Nichts» entgegennimmt, wird sie emotional. «Wenn ich etwas von diesem Film gelernt habe, dann, dass wir jede Sekunde mit den Menschen, die wir lieben, nutzen und genießen sollten», sagt Kruger. Ihr kommen die Tränen. «Ich denke heute Abend besonders an zwei Menschen, mit denen ich gern noch ein paar Sekunden gehabt hätte. Mein Stiefpapa und meine Oma.»

Auch bei anderen Preisträgern geht es an diesem Abend um ihre Liebsten. «Da ist jemand, der mich auffängt, mich in den Arm nimmt und mir die Last nimmt», sagt Helene Fischer zu ihrem Freund Florian Silbereisen. «Für deine Liebe danke ich dir und dafür, dass du mein Zuhause bist.» Fischer hatte mit ihrem Auftritt - im ultraknappen Glitzerbody - die Show eröffnet und einen Bambi in der Kategorie Musik national bekommen.

Hollywoodstar und Frauenschwarm Hugh Jackman, der den Entertainment-Bambi erhielt, kam ohne seine Frau Deborra-Lee Furness nach Berlin - sie müsse auf die Kinder aufpassen, sagt er. Sie habe ihm beigebracht, Spaß zu haben, jeden Tag zu genießen und: «Was wirklich leidenschaftliche Liebe heißt, dass das keine Legende ist, sondern wirklich Realität.» Die beiden sind seit mehr als 20 Jahren verheiratet.

Der Superstar tritt gleich zu Beginn der Show auf, seine und die andere emotionalen Reden sind die Höhepunkte des Abends. Dagegen bleiben die musikalischen Auftritte und teils langen Einspieler weniger in Erinnerung. Im Durchschnitt 4,41 Millionen Zuschauer (15,0 Prozent) schalteten die Live-Übertragung im Ersten ein. Damit blieb die Gala in der Zuschauergunst hinter der ZDF-Serie «Die Bergretter», die allerdings mit 90 Minuten auch deutlich kürzer war.

Auf der Bühne geht es auch um Courage. Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt in der Fernsehshow einen Bambi in der Kategorie Mut. Die goldene Rehkitz-Trophäe sei besonders süß und hübsch, scherzt er vor der Gala. «Er kämpft nicht gegen etwas, sondern für etwas. Für eine Welt, die allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht - in Freiheit, aber vor allem auch in Würde», sagt Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in seiner Laudatio. Eine bessere Welt komme nicht von allein.

Actionstar und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger wird mit dem Bambi für sein Engagement im Umweltschutz und als «Klimavorreiter» geehrt. «Ich hab viel in meinem Leben gemacht, aber ich bin am stolzesten auf meine Arbeit für die Umwelt», sagt Schwarzenegger, der sich immer wieder gegen die Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump stellt. «Ich werde das für den Rest meines Lebens machen: Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen.» Außerdem outet sich der «Terminator»-Star als Fan der Klitschko-Brüder. «Normalerweise hasse ich Leute, die größer sind als ich.» Aber die Klitschkos seien großartig.

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck wird in der Kategorie Millennium für sein Lebenswerk gewürdigt - für seinen Kampf gegen jede Form von Unterdrückung. «Ich glaube, ich sollte diesen Bambi mit all denen teilen, die irgendwann freiwillig etwas tun über ihr Ego hinaus. Und das macht das Land schön, dass es so etwas gibt.» Sein Bambi, das will er nicht mehr hergeben. Er sei Großvater, aber auch mehrfacher Urgroßvater und wolle das goldene Tier so hinstellen, dass auch die Kleinen Freude daran haben.